Was ist dran an drohenden Geocaching-„Verbot“en?

In letzter Zeit ja ein großer Aufreger, überall diskutiert und sogar ein Verein wurde gegründet. Es geht um Artikel wie diesen -> LINK. Es geht im ersten Schritt nicht um ein Verbot sondern um die Änderung des Landschaftsplanes der dann vielleicht vorgenommen wird und der dann zu einem Verbot führen könnte. Aber ja, eine gewisse Gefahr das an manchen Stellen das Cachen verboten wir ist da. Was ist nun dran an der Aufregung?!

Hier -> LINK kann man sich schon mal etwas sachlicher damit beschäftigen um was es wirklich genau geht. Ein großer Reibungspunkt ist wohl der Punkt 26:

„Geocache-Behälter in oder an Bäumen incl. des Kronentraufbereiches und in stehenden oder fließenden Gewässern incl. der Uferbereiche zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen“

Ich frage mich dabei, ist das wirklich so schlimm oder nicht gar eine gute Idee? „Laut“ darf man die Frage nicht stellen sonst gehört man unverzüglich wieder zu denen die „nur Pissdosen an der Leitplanke“ suchen, eine „Sachlichkeit“ der man öfter mal begegnet wenn man sich kritisch äussert 8-)

Aber hier wird die Frage dennoch mal gestellt. Sind es wirklich so viele Dosen die davon betroffen sind und selbst wenn, ist es nicht vielleicht berechtigt? Gerade Astlöcher und Spalten in Bäumen sind sicherlich sehr beliebt, allerdings aber auch bei vielen Tieren, z.B. Vögel beim Brüten, Mäuse, Käfer und was nicht noch alles. Jetzt kann man sicherlich wieder die „Geocacher lieben die Natur Fahne“ schwenken, die Realität widerlegt einen nur leider sehr häufig. Wenn da Eier liegen ist mit Logs zu rechnen wie „Nest war bestimmt verlassen“, „hab schnell gemacht“, u.ä. Sollten Jungtiere im Nest sein wird es schon nicht so schlimm sein da mal kurz rüber zu greifen… Nein, keine Utopie, eher nicht unüblich. Letztes Jahr gab es hier eine Maus nahe einem Final im Baum und man konnte in den Logs schön nachlesen wer sie alles gesehen (und damit in Angst und Schrecken versetzt) hat und wie niedlich das doch ist. Verlegt wurde der Cache nicht, DNFs gab es auch nicht.

Ach ja, eine Begründung liefert der Plan sogar mit: „Hierdurch sollen in den besonders empfindlichen Bereichen Störungen für die Tierwelt vermieden und eine möglichst ungestörte Vegetationsentwicklung insbesondere für trittempfindliche Flächen gewährleistet werden.“

Nun gibt es ja einen Einspruch durch Geocaching Rheinland e.V.

Punkt 1 Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz
das ist doch kein Argument?! Dann wird halt aus Geocache-Behälter nur Behälter, ändert dann aber nicht wirklich etwas.
Punkt 2 Die Begründung für die Verbote von Geocaching sind unzutreffend
1. „Administratoren überprüfen…“
nö, die überprüfen lediglich ob das Listing den Regeln entspricht und das ist letztlich ein Schutz vor gar nichts da sie nicht vor Ort schauen.
2. „Baumhölen sind kein typisches Versteck“
zum einen sind sie alles andere als untypisch, zum anderen hat der Plan das auch gar nicht behauptet, dort steht: „Die Geocache-Behälter werden überwiegend in vorhandenen natürlichen oder künstlichen Hohlräumen, wie etwa Baumhöhlen, versteckt.“ D.h. die Baumhöhle wird hier als Beispiel genannt.
Punkt 3 Die Verbote sind aufgrund bestehender Gesetze und Verordnungen nicht erforderlich.
der erste Satz dem ich zustimmen würde, aber dann stört es ja auch nicht sie zu konkretisieren?
Punkt 4 Die Verbote sind unverhältnismäßig
wer öfter mal im Wald an Verstecke kommt die ohne Hint gelistet wurden könnte denken das dort Wildschweine gewühlt haben. Also da sehe ich durchaus eine Verhälnismäßigkeit.
Punkt 5 Imageschaden der Stadt Köln
das sind die Blitzer in der Stadt auch… Sorry, aber das ist doch echt kein schlagendes Argument.

Aber jetzt bitte nicht falsch verstehen, ich bin grundsätzlich auch erfreut wenn es keine gesetzlichen Regelungen geben würde sehe aber kaum eine Möglichkeit das zu umgehen. Für mich kann ich in dem Einspruch kein einziges wirklich schlagendes Argument gegen die Änderung erkennen, wie auch, die Argumentation der Gegenseite ist einfach aber schlüssig. Dazu kommt das Problem das die ganze Reviewer-Kontrolle und Selbstkontrolle nicht wirklich funktioniert. Gern genommen auch „es sind nur einige wenige“, ob das wirklich so wenige sind die da reichlich neben der Spur laufen sei mal bezweifelt! Suchplätze die aussehen wie umgegraben sind doch keine Seltenheit, NA/SBA sorgen oft für wüste Beschimpfungen, unabhängig ob berechtigt oder nicht. Dann die Owner die auf jeden Fall Recht haben und ihren Cache schon aus Prinzip liegen lassen. Nicht besser die Cacher die dann z.B. „Lange hält der Baum das nicht durch“ loggen, politisch korrekt, nur dann als „Found“?!

Was mich persönlich auch völlig gegen Vereine sein lässt kann man z.B. zwischen den Zeilen hier -> LINK lesen.

Auch die Erstellung verbindlicher Regeln, ergänzend zu den GC Guidelines

genau das halte ich für die Pest die mich auf Vereine mit völlig Ablehnung reagieren lässt. Würden die Regeln von Groundspeak eingehalten hätten wir gar keine Probleme. Eine Verein der irgendwelche zusätzlichen Regeln verhängt kann mir (freundlich gesagt) gestohlen bleiben! Vor allem frage ich mich auf welcher Grundlage die verbindlich sein sollen?! Führt die hier bei mir mal ein und wir schauen mal wie ihr mich sanktionieren wollte wenn ich darauf pfeife 8-)

Doch was sind die ursprünglichen Reize von Geocaching? Ein “Spiel” in rechtlichen Grauzonen oder gar außerhalb der Legalität?

und genau da sind wir bei der üblichen absurden Meinungsmache um die Pseudo-Wichtigkeit des Vereins zu begründen. Auch „früher“ habe ich in keiner rechtlichen Grauzone gelebt, genauso wenig wie heute, ob mit oder ohne Verein! Denn „früher“ wie auch heute ist es die Entscheidung die ich treffe die mich gut oder schlecht da stehen lässt und das ändert auch kein Verein.

Der einzige Satz den ich in dem gesamten Ich-finde-Verein-ganz-wichtig Hymne unterschreiben würde wäre Es liegt an uns allen zu beinflussen wie wir und unser Hobby wahrgenommen werden. Der ist wirklich wahr, nur benötige ich dafür keinen Verein! Zumal es kein „unser Hobby“ gibt, jeder betreibt doch unter dem Sammelbegriff Geocaching seinen ganz eigenen Dialekt von Geocaching.

Letztlich drücke ich uns Cachern die Daumen das es nicht immer schlimmer wird mit Regelungen und Verboten, aber dennoch glaube ich nicht dran das Vereine oder ähnliches helfen. Meiner Meinung nach brauchen wir auch niemanden der für uns spricht oder uns vertritt, wir bräuchten uns einfach nur benehmen und Rücksicht nehmen. Solange das aber viele nicht tun wird uns nichts und niemand vor Verboten retten!

Ach ja, wichtig zu erwähnen, es ist wie immer eine ganz subjektive Meinung! Und auch nicht geschrieben um jetzt wilde Beleidigungen auszutauschen sondern um vielleicht eine Debatte anzuregen was der beste Weg sein könnte. Und nein, ich habe auch weiterhin keinen Anspruch auf Allwissenheit, sollte ich mich irren ist das doch umso besser ;-)

Ein Gedanke zu „Was ist dran an drohenden Geocaching-„Verbot“en?

  1. Im Kern stimme ich Dir zu. Ich bin auch kein Vereinsmeier und die Groundspeak-Regeln+gesunder Menschenverstand müssten eigentlich ausreichen, um Verbote zu verhindern und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen allen Interessengruppen zu ermöglichen. Doch genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die „andere Seite“ neigt nämlich genauso zum Verallgemeinern und Polemisieren. Leider ist ein Teil der „anderen Seite“ sehr gut in Vereinen und Verbänden organisiert und in die Parlamente vernetzt (Jäger). Darüber schaffen sie es immer wieder, Verbotsregelungen in Gesetze zu bringen. Dem haben „wir“ (sofern man „uns“ überhaupt so nennen kann) Geocacher nichts entgegenzusetzten. Es dürfte immernoch mehr jagende als dosensuchende Abgeordnete geben. Ein Beispiel dafür sei das in Hessen beabsichtigte Wegegebot (Weg=befestigt und ganzjährig mit PKW befahrbar) für Radfahrer, welches quasi erst auf Initiative der Radfahrverbände in letzter Minute verhindert werden konnte. Oder das nächtliche Wegegebot in Hessen, welches jetzt drin steht im Waldgesetz. Da waren auch die Jäger die treibende Kraft.

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