Wartung, das Leid der Owner

Als kleine Einstimmung auf unser nächstes Podcastthema habe ich mir die Frage gestellt: Hat die Wartungsintensität der Geocaches zugenommen? Lohnt es sich denn als Owner überhaupt noch aufwendige Geocaches zu legen? Ausschlaggebend für die Frage war ein Multi den ich vor ein paar Wochen besucht habe. Dabei traf ich den Owner zufällig bei einer Wartungsrunde. Neben einer beschädigten Station, hörte ich dann, dass die ein oder andere aufwendige Installation sich relativ schnell nach dem Publish buchstäblich in Luft auflöste. Von fehlenden Reflektoren (hier waren es glaube ich 15 Stück ) möchte ich gar nicht reden. Einen weiteren neuen Multi habe ich ebenfalls auf meiner Watchlist und auch hier musste der Owner nach ein paar Findern schon zur ersten Wartung.

Sind wir Sucher also zu ungeduldig, zu ruppig oder verbauen die Owner nur noch mindere Qualität?

Auch ich hatte mal einen Nachtcache auf der Plattform gelistet, nach dem es anfangs relativ entspannt lief, häufte sich dann die Wartungsintensität. Mal fehlten Reflektoren, dann fehlte ein Reaktivlicht, eine Station war defekt und musste ersetzt werden. Richtig nervig wird es erst, wenn Stationen komplett aus der Verankerung gerissen, Hinweise wie „nichts Aufschrauben“ ignoriert und die fehlende Batterieleistung der Taschenlampe, kurzerhand mit den Batterien aus der Station ausgeglichen wird. Irgendwann ist man als Owner jede Woche bei der Wartung, baut eventuell den Geocache zurück um ihn wartungsfreier zu gestalten, was sich wiederum in missbilligenden Logs ala „ich habe hier mehr erwartet“ niederschlägt. Der Faden zur der einen Geocache von der Archivierung bewahrt ist extrem gespannt und wie bei so vielen tollen Geocaches reißt er leicht.

Vielleicht sind wir auch selber daran Schuld? Jeder Owner profiliert sich doch über seine Geocaches, wenn auch nicht immer bewusst. Ein anerkennendes Nicken, ein wohlwollendes Log, daraus speist sich die Energie des Cachebesitzers. Dies verbunden mit der Omnipräsenz der Beiträge in den Sozialen Medien, ob nun durch den Owner selber oder eben durch die Finder. Ein neuer Geocache wird so schnell einem breiten Publikum zugänglich machen und der Hype, die hohe Besucherfrequenz, ist vielleicht nicht in jedem Fall förderlich. Auch ich ertappe mich bei dem Gedankengang „jetzt bloss schnell hin, bevor er kaputt oder weg ist“.

Ist ein wenig mehr Zurückhaltung die Lösung?

Wie immer können wir das Problem nicht lösen, sondern bestenfalls zur Sprache bringen. Aber gibt es überhaupt ein Problem oder sind dies nur subjektive Empfindungen? Gebt uns euer Feedback, wir werden es gern in der nächsten Folge besprechen.

5 Gedanken zu „Wartung, das Leid der Owner

  1. Wir haben auch 15 Dosen versteckt.
    Allerdings sind das alles Mysteries.
    Die Wartungsarbeiten halten sich in Grenzen.
    Wer sich die Mühe macht, ein mehr oder weniger knackiges Rätsel zu lösen, geht meist auch pfleglich mit den Dosen um.
    Ich würde jedem, der einen aufwendigen Multi legen möchte, empfehlen, ein nicht zu leichtes Eingangsrätsel vorzusschalten.
    Das hält auch die „Kurzzeitgeocacher“ etwas ab.

    Grüße
    icho40

  2. Das Thema beschäftigt mich auch immer. Wenn ich in Hamburg bin, warte oder baue ich eigentlich nur noch Dosen oder gehe mal auf ein Event. Ich habe zB die neuen HHCdJ Dosen fast gar nicht gesucht.
    Ich verstecke aber sehr gerne. Die nächste Dose liegt schon beim Reviewer und hat Püpsimüpsi, Bullwinkel und mich viel Zeit gekostet. Mal sehen, wie lange die lebt. Das Warten gehört halt dazu. Mittlerweile habe ich einen ganzen Sack mit Logbüchern, Reflektoren, Werkzeug, Klebeband, Kabelbindern usw. ähnlich wie einen Erstehilfekasten (nee, eher Koffer) zuhause liegen.
    Ich ändere meine Dosen auch ab, wenn sie zu wartungsaufwendig sind. Ein Beispiel: Bei einer Station eines NCs hatte ich ein Vogelhaus verbaut, bei dem der Boden heraus fällt, wenn man die Stange unterhalb des Vogelhauslochs dreht. Das funktionierte zuhause wunderbar und ich habe es ca. 100 mal getestet. Im Feld benutzten viele Cacher aber dann Werkzeug, um den Boden raus zu hebeln. Ständig kam es zu Beschädigungen, was frustrierte. Ich baute die Technik dann um, vereinfachte den Mechanismus und seit dem ist es ruhig um das Vogelhaus geworden.
    Fazit für mich: Wenn es häufig kaputt geht, habe ich es schlecht versteckt.
    Eine andere Dose hängt auf 4 m Höhe. Diese wird mangels Leiter oder Kletterfähigkeit häufig herunter geschlagen und nicht mehr hoch gebracht. Das finde ich schon bitter.
    Fazit für mich: Archivieren oder damit leben, dass es auch schwarze Schafe gibt.
    Und schwarze Schafe gibt es halt auch.
    Ich versuche mich mehr über die positiven Logs zu freuen oder darüber, dass viele meine Dosen gefunden haben und ich den meisten eine Freude gemacht habe.

  3. Meine Caches bzw. die, die ich übernommen habe sind alle mit längeren Laufstrecken verbunden und bei Multis sind die Stationen reine „Ablese“-Stationen, das reduziert den Wartungsaufwand enorm.
    Die Dosen sind große Dosen mit echtem Logbuch (Ausnahmen passieren) sodass es auch nicht häufig zu vollen Logbüchern kommt. Das gilt um so mehr, als früher von den Cachern meist eine Seite mit Kommentar voll geschrieben wurde, heute das Loggen sich meist auf einen Nick und das Datum oder Stempel beschränkt.
    So habe ich bei einer Cachewartung im März 2014 (NM-Log Logbuch nass, Dose kaputt) eine seit Juni 2006 dort liegende Originaldose (heute 445 Fund-Logs) in völlig dichtem Zustand mit 3/4 vollen Logbuch (klamm, nicht nass) vorgefunden. der „Melder“ hatte wohl versehentlich eine in der Nähe liegende Letterbox gefunden.

    Selbst kurze Multis (4 Zahlen ablesen, Peilung, einfache Strecke zu Dose unter 100 Meter) reduzieren den Wartungsaufwand erheblich gegenüber Tradis.

    Von meinen 36 aktiven Caches habe ich derzeit 2 auf meiner Wartungsliste, eine wegen eines ersten DNF-Logs und eine, da die im Januar 2006 genommenen Kords wohl eine zu große Abweichung haben (oder ist die Dose gewandert?).

    Die größte Gefahr für meine Dosen sehe ich in dem „Listing-Lesen-ist-für-Weicheier“verhalten.
    Mail Sonntag Mittag zu einem ca. 20 km langen Wandermulti im Wald>:
    „Hallo lieber Owner ☺
    Wir sind gerade bei deinem Cache …… An der Station 6. Hier ist allerdings das Schild nicht mehr da bzw nur ein anderes. Kannst du uns die Zahl für F schicken? Das wär voll lieb ?“

    Meine Antwort:

    „Gerne
    laut Listing insbesondere „hint“ gilt:
    [Stage 6] fehlt [b](F ist sechshundert)[/b]
    Ich schreibe die Listings damit sie gelesenen werden und gebe „hints“ damit sie beim Suchen helfen ….. – denn dafür sind sie da!
    Viele Grüße aus Stallhasenhausen bei Landau/Pfalz“

    Da das Team die Dose bisher nicht geloggt hat, befürchte ich, dass meine Antwort zu spät kam …

    Mein Fazit zur Reduktion des Wartungsaufwandes (all das reduziert auch die Gefahr zu viele Favoritenpunkte zu bekommen):
    – solide Dosen – fern jeder Muggelgefahr
    – Laufstrecke oder Multi (und sei er noch so kurz)
    – möglichst sinnvolle „hints“ und Informationen in den Listings
    – richtige Logbücher, keine Logstreifen
    – kein technischer Schnickschnack, der kaputt gehen kann.

    Grüße aus der Pfalz Uwe aka UFausLD

  4. Wir können zu dem Thema aufwendiger Multi oder Tradi nur aus der Sicht des Users schreiben. Nicht zuletzt weil uns das handwerkliche Geschickt fehlt einen derartigen Cache so zu gestalten, dass er robust genug ist, um Horden von Cachern „auszuhalten“.
    Wenn man technischen Schnickschnack verbaut, der ja größtenteils die Massen an Favoritenpunkten bringt, dann muss man halt auch auf Robustheit achten.
    Nichtsdestotrotz gehen viele Cacher sicher zu ruppig mit dem Werk der Owner um und einige knacken ja sogar mit Gewalt Finals. Diejenigen sollten doch lieber den immer beliebter werdenden TJ ziehen und sich mit den Koords auch gleich die Zahlenkombi für das Schloss geben lassen. Um so schneller können sie den nächsten Mystery suchen, den sie aus der Cheater-GPX haben.
    Als Multi-Owner einen Kalender einzuführen, finde ich total legitim. Als Multi-Liebhaber sind wir sogar dankbar dafür, da wir dann zu unserem Termin nicht mit einem Rudel anderer Cacher rechnen müssen.
    Vielleicht besinnt sich so mancher Owner lieber auf einen Old School – Multi à la Polar Cache (GC471C). Eine Runde in schöner Natur, eine Dose am Ende. Fertig!
    Das ist sicher besser als filigrane Technik zu verbauen, die ruckzuck hin ist.
    Einen neuen und offenbar schönen Multi gehen wir auch möglichst schnell an. Neben der Angst vor Zerstörung kommt noch der meist immer geringer werdende Suchspaß hinzu. Irgendwann muss man ja nur noch der Autobahn folgen.

    LG
    Miss JaneMarple & MisterStringer

  5. Cachewartung… Ein abendfüllendes Thema. Meine Erfahrungen als Owner dazu:
    In fünf Jahren habe ich 61 Caches gelegt, derzeit aktiv sind 29 Caches. In den Jahren 2011-2014 nahm der Wartungsaufwand meiner Caches viel Zeit in Anspruch. Das lag zum einen daran, dass dieser Geocaching-Hype ausbrach und viele Kurzzeitgeocacher kamen. Kurzzeitgeocacher sind für mich Cacher, die das Hobby ausprobieren und nach einem Jahr mit fast 1000 Founds merken, dass die Homezone einigermaßen leer ist und sie ein wenig mehr Aufwand betreiben müssen um an die nächste Dose zu kommen. Damit endete das Hobby dann und das Smartphone musste nicht mehr so häufig geladen werden. Meine Tradis wurden täglich geloggt, das Emailpostfach platzte und ich konnte alle paar Wochen einen Behälter austauschen oder das Logbuch wechseln. Ich kam teilweise nicht mit den Wartungsarbeiten hinterher.
    Zum anderen wurde die Cachedichte immer größer und meine bestehenden Caches lagen auf einmal im Bereich eines Powertrails oder einer 20-Dosen-Runde eines anderen Owners. Meine Tradis wurden zum „Beifang“ mit Einheitslogs und andauernden vollen Logbüchern.
    Seit letztem Jahr wurden die Logs weniger, weil der Hype auch ein wenig weg ist. Nichts desto trotz habe ich auf Grund des Wartungsaufwandes meine Caches geändert und bin derzeit noch in der Umbauphase. Tradis lege ich eigentlich nicht mehr, da der Wartungsaufwand sehr hoch ist. Ich baue bestehende Tradis mittlerweile in Mutlis um, mit dem schon spürbaren Effekt, dass diese wesentlich weniger angegangen werden. Selbst ein Kurzmulti mit einem Zeitaufwand von 10 Minuten wird von den Smartphonecachern eher liegen gelassen.

    Ich habe auch Caches, deren Erstellungskosten im dreistelligen Bereich liegen. Diese wird es von mir aber nicht mehr geben, dazu habe ich dort schon zu viel Negatives erlebt.
    Zum Beispiel an meinem TB-Hotel an der A7:

    1x Schloss geklaut
    3x Schloss verstellt (das Schloss ist gegen Verstellen gesichert, also geschah dies mutwillig)
    Kompletter Cache (Inhalt des Caches sind mehrerer Lock-Lock-Dosen) in den Wald geschmissen
    2x Elektronik aus dem Cache geklaut
    1x Tarnung zerstört

    Der Cache hat mich in der Erstellung inkl. Startinhalt der Tauschgegenstände (und da ist viel zum Tauschen drin und kein Billigzeugs) ca. 220€ gekostet. Allein das Ersetzen der zerstörten oder entfernten Komponenten hat mich im ersten Jahr über 60€ gekostet. Das Material für die dieser Woche anstehende Wartung liegt schon wieder auf dem Schreibtisch: Wieder 11,99€. Die Kosten für den Ersatz von Tauschgegenständen, da ja kein Cacher heutzutage in der Lage ist so zu tauschen, wie es eigentlich gedacht ist (also gleichwertig oder besser zu tauschen), lasse ich mal aussen vor.

    Ja, ich bin der Meinung, dass viele Cacher heute zu ruppig sind und keine Geduld haben. Und keine Respekt vor dem Eigentum anderer. Das „Nach-mir-die Sinnflut-Prinzip“: Ich habe den Punkt, was interessiert mich derjenige, der nach mir kommt. Oder der Cache, ich hab ihn ja…

    Zusammengefasst:
    Die Anzahl der Logs ist weniger geworden. Nichts desto trotz ist der Wartungsaufwand teilweise recht hoch. Bei mir jedoch hauptsächlich bei Tradis oder leichten Mysteries. Ich werde auch weiterhin Caches legen, die „anspruchsvoll“ sind oder etwas aufwändiger/kostenintensiver, aber diese werden nur noch als Multi oder als (lösbarer) Mysterie gelegt um die Cacher fern zu halten, die den Aufwand in die Höhe treiben.

    Als „Finder“ ertappe ich mich manchmal auch dabei zu denken: Zu dem musst Du schnell hin bevor das Versteck oder der Cache verbrannt ist. Mittlerweile denke ich aber: Ach, das wird sich bei Gelegenheit schon ergeben. Und wenn nicht… dann hast Du den Cache nicht gemacht. Obwohl es manchmal schon ein bisschen ärgerlich ist, wie damals bei Hartwich. Der Termin stand, an dem Abend im Februar war aber der reinste Schneesturm. Also verschoben. Vier Wochen später ging er dann, verständlicherweise, ins Archiv.

    Ich finde die Geocacher sollten mal ein bisschen umdenken:
    Wenn es einen Kalender gibt, dann hat der Owner dafür einen Grund.
    Wenn es Anweisungen im Listing gibt, dann hat der Owner dafür einen Grund.
    Wenn es Beschränkungen für die Anzahl der Cacher gibt, die zeitgleich auf die Suche gehen können, dann hat der Owner dafür einen Grund.

    Und wenn man die o.g. Dinge einhält, dann wird der Owner sich darüber freuen, dass der Wartungsaufwand nur noch einen Bruchteil so hoch ist und der Cache länger überlebt. Und es tut niemandem weh, wenn man sich im Log, oder in einer direkten Mail an den Owner, outet und dem Owner mitteilt: Sorry, aber mir ist da ein Missgeschick passiert. Wir sind alle Menschen und wenn mal etwas kaputt geht, obwohl man sich an die Anweisungen des Owners gehalten (oder es versucht) hat, dann darf man als erwachsener Mensch auch dazu stehen. Oftmals ist ja schon durch einen Vorfinder das Missgeschick eingeleitet worden und man ist nur das i-Tüpfelchen. Niemand wird euch für ein Missgeschick umbringen. Es sei denn, ihr macht das bei meinen Caches….. ;)

    Grüsse,
    der Poilettentapier

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