viele Funde = dicke Hose?

Immer wieder flammt an den verschiedensten Stellen die Diskussion über Cacher auf die ganz offensichtlich Found-Logs schreiben bei Caches die sie nie auch nur gesehen haben und dann dauert es nicht mehr lange bis zu der Frage warum sie das tun. Und jedes mal wieder frage ich mich dann ob die Frage eigentlich rhetorisch gemeint ist oder ob manchen wirklich unklar ist warum das so ist?! Und da manche Cacher die Frage wohl wirklich ernst meinen vielleicht auch mal mein Versuch einige Gründe zu liefern 8-)

Ich denke es gibt da durchaus unterschiedliche Gründe und wie wohl fast schon folgerichtig dürften alle mehr oder weniger mit Selbstbetrug zu tun haben. Aber ist das denn wirklich so schlimm?

1. Man will die Karte leer haben, mag aber die Ignore-Liste nicht

Hört sich vielleicht seltsam an, aber ich kann es verstehen, ich bin da auch sehr visuell und mag es wenn da so ein rundes Loch ohne Caches um die Homezone ist. Und wie viele andere auch war es mir auch irgendwie zuwider irgendwas auf die Ignore-Liste zu schieben. Warum das eigentlich so ist, keine Ahnung… Wahrscheinlich hat man dann doch immer im Hinterkopf dass da noch ein paar Caches liegen?!

2. Man findet den Cache eigentlich scheiße und will nicht noch mal her müssen

Da biste dann viele km gefahren und vor Ort stellste fest dass der Cache nicht da ist oder unerreichbar weil irgenwie abgerutscht. Dazu am Besten noch ein unschöner Ort oder gar muggelig, oder, oder, oder…

3. Man will halt die Matrix voll haben

Mittlerweile gibt es ja nicht nur eine Matrix sondern diverse Varianten und scheinbar muss man die ja unbedingt ausgefüllt haben?! Wie auch immer, auch hier stehen halt manche auf eine volle Matrix und wenn man die nicht über merkwürdig eingestufte Events abfrühstückt dann…

4. Man hat halt seine eigenen Moralvorstellungen

Manche sehen es einfach anders als andere und manche machen dies sogar zum Prinzip. So findet der eine ein Fotolog völlig ok und der nächste wenn er eine Dose hinwirft wo vorher gar keine mehr war und dies als Hilfe für den Owner sieht.

5. Man ist einfach doof

gibbet halt auch 8-)

6. Man will bewundert werden

Ein sehr oft unterschätzter Punkt. Ich habe selten ein Hobby erlebt in dem so viele Teilnehmer damit beschäftigt sind sich irgendwie selber gut aussehen zu lassen! Sei es nun Podcast, Video, Bilder, Blogs, all das ist beim Geocaching wirklich in erstaunlicher Menge vorhanden. Wenn ich mal Podcaster die nicht beim Cachen sind spreche und die unsere Downloadzahlen hören herrscht meist großes Erstaunen und dass gerade weil wir ja ein absoluter Spartenpodcast sind. Und ich vermute die Zahlen der anderen GC-Podcasts sehen da nicht wirklich viel anders aus. Aber bis auf das Selbstlob zeigt es vor allem wie hoch das Interesse daran ist was beim Cachen rundherum passiert.

Und wenn man halt darüber nichts wird versucht man es halt als extremer T5er oder extremer Wanderer oder extremer Taucher oder extremer Finder oder was auch sonst noch alles… Doch heute geht es ja um die Fake-Logs. Und da sieht es halt nicht anders aus, d.h. viel Fund, viel Ehr 8-) Schreibt man das so kommt schnell Widerspruch, aber was ist die Realität? Schon die Formulierungen verraten doch einiges:

Top-Cacher, Rangliste, erfolgreichste Cacher usw.

Die beziehen sich doch alle auf die Fundzahlen. Ja, ja, ich kenne alle Argumente dagegen und sehe es ganz ähnlich, aber ändern tut das nichts! Und geht doch mal auf ein großes Event und schaut euch aufmerksam um. Kommt da ein 50000 Funder wird der immer eine Traube hinter sich haben und immer wieder hört man „…das ist der xyz, der hat xxx Funde…“ leise und teils eben auch ehrfürchtig dahin geflüstert. Und das kann ein Ego das vielleicht nicht ganz so ausgeprägt ist sicherlich schon reichlich ansprechen! Und so lange das so ist wird sich mal exakt gar nichts ändern. Im Gegenteil, es wird immer extremer werden weil man sonst ja gar nicht mehr nach vorne kommt.

Mag ja sein das manche Cacher wirklich viel unterwegs sind, aber manche Fundzahlen können schon rein rechnerisch gar nicht mehr funktionieren… Gerne auch Cachelogs am gleichen Tag die so weit auseinander liegen dass sie nicht mal theoretisch erreichbar wären. Aber auch da gibt es dann eine Gruppe die sich gegenseitig überbieten möchte und das artet dann halt aus.

Sind solche Verhalten komisch? Ja! Tun sie wirklich jemandem weh oder nehmen jemandem etwas weg? Nö!! Gibt es eine Lösung? Ja, ignorieren und sich um sich selber kümmern ;-) Oder Podcast aufmachen und sich drüber Lustig machen 8-)

Cacher aus Punkt 1-5 erkennt man meist schon daran dass sie nur sehr gezielt Fake-Logs ablassen und sie meist gar keine sonderlich hohe Fund-Zahl für die sie das also offensichtlich nicht machen. Punkt 6, na ja, möge sich jeder selber entscheiden wen er da einordnet 8-)

 

5 Gedanken zu “viele Funde = dicke Hose?

  1. hihi, das ist echt ein sehr schöner Artikel und trifft’s wie die Faust aufs Auge.
    Ich kenne sehr viele Beispiele von 6) wobei meist auch ein Hauch von 5) durchschlägt.
    Oder ich habe einfach noch nicht den Webshop gefunden, bei dem man sich für GC-Gummipunkte was schönes bestellen kann!

  2. Das grundlegende Problem ist doch,
    dass die Zahl der Funde öffentlich einsehbar ist … leider.
    Aber wenn sich Leute gerne selber betrügen wollen, dann lasst sie doch!
    Nur sollte man solchen armseligen Deppen nicht das schenken, worum es denen geht: Aufmerksamkeit.
    Wieder einmal gilt die alte Internetweisheit: „Don’t feed the troll“.

  3. Ich glaube, es gibt noch einen anderen Grund, der zu Nummer 6 passt. :-)
    Endlich steht man wieder im Mittelpunkt. Die Moralvorstellung – klar, auch. Bewunderung – dafür reichen die Fundzahlen nicht. Aber übertriebenes Verhalten und schon wird über einen geredet. Und das nicht zu knapp. Ziel erreicht. Man ist doch wer. ;-)
    Sonnige Grüsse
    Sylvia

  4. Bei mir sieht das so aus:

    Wenn einer wenig Funde hat, verzeihe ich ihm/ihr auch mal einen Fehler oder eine „dumme“ Frage, man ist schließlich neu.
    Wenn einer viele Funde hat, bedeutet das für mich einfach nur: der cacht halt gern. Wenn einer sehr viele Funde hat, frage ich mich, wo er die ganze Zeit her nimmt. Wenn einer mehr Funde hat, als man eigentlich in der Zeit finden kann, frage ich mich, ob er beschissen oder ein Suchtproblem (samt Teleporter?) hat.

    Von wegen der Anerkennung.: Bei mir verdient Anerkennung, wer tolle Dosen legt, die Spaß machen. Wer sich Mühe gibt, mir mein Hobby schön zu gestalten. Wer kreativ ist, bastelt, sich was ausdenkt und seine Freizeit für mich und andere opfert. Der verdient meine höchste Anerkennung. Und da ist mir ein schön gemachter Multi, der mir einen spannende und lustigen Nachmittag bereitet mehr wert als die Petling-Einsammel-Powertrail mit 30 Gummipunkten.

    Wenn mehr Leute so denken würden, würde vielleicht wieder bessere Caches gelegt werden (den Ownern sei ja gegönnt, wenn sie sich im Ruhm sonnen). Leider kommen bei uns aber eher „schnelle Funde“ statt toller Multis raus. Weil die Cacher immer mehr auf die Punkte schaut. Alte Hasen, die mal ganz tolle Caches gelegt haben, sind aus Schaden („das sind inzwischen zuviele Cacher geworden, die die Dose nicht mit Geduld und Respekt behandeln. Ständig ist was kaputt“) auch schon klug geworden und legen nichts mehr.

    Ich glaube, für manche ist Munzee.com eher das richtige Hobby: Da muss man sich nicht die Hände schmutzig machen. Als Owner kann eigentlich nichts weg kommen (Aufkleber sind schwer zu entfernen). Es geht nur um Punkte. Keine lang dauernden Multis, keine doofen Mysteries. Alles nur gut zu findende Tradis. Handy draufhalten, Code scannen, Punkt kassieren. Auch das blöde online Loggen fällt weg. Betrügen so gut wie unmöglich dank Check, ob das Smartphone auch wirklich vor Ort war. Echte, nachgewiesene, vergleichbare Punkte. Wenn es jemandem darum geht: warum dann noch Geocaching? Ab zu Munzee.com!

    Der Rest macht dann Geocaching wieder so wie früher: mit Zeit, ohne Stress und mit Respekt vor Natur, Stationen und Dosen. Des Erlebnisses wegen und nicht wegen des Punktes.

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