Quo vadis Geocaching

Das Jahr geht zu Ende, da bietet es sich ja immer an mal wieder ein Blick zurück oder voraus zu blicken! Und bei den ganzen Zahlen die in letzter Zeit so schön aufbereitet wurden kann man sich gleich zu Beginn wohl fragen wo es mit dem Geocaching an sich hin geht denn eine Tendenz zu weniger Caches ist wohl nicht mehr zu bestreiten?! Und da schießen natürlich gleich die wildesten Deutungen aus dem Busch, von „wir werden alle sterben“ sprich es kolabiert, bis zu „es geht mehr zu Qualität“ ist alles dabei.

Meine Meinung nach geht es gar nicht so sehr ins Extrem sondern eher Richtung gesund schrumpfen. Der Hype war da, fast jeder Cacher schien fast jedem Muggel unbedingt erklären zu müssen was es mit dem Hobby auf sich hat und warum es so toll ist. Wobei man auch das Gefühl haben konnte es wurde oftmals versucht Hobby-Nachwuchs zu generieren damit man jemanden hat der einen bewundert anblickt da man ja schon länger dabei ist 8-)

Groundspeak hat mit kleinen Aktionen, hauptsächlich Souvenirs versucht den Hype zu halten und ist für meinen Geschmack gescheitert. Es wurde immer wieder ein wenig versucht die modernen Hobby-Springer zu beglücken, das wird aber nie funktionieren. Die langweilen sich nämlich in kürzester Zeit und verlangen dann Neues im Hobby und zwar möglichst kostenlos, einer dieser dummen Auswüchse der Umsonst-Kultur im Netz. Und da man diesen Springern nicht genug bieten konnte sind viele mittlerweile beim nächsten oder übernächsten Hobby gelandet. Tut dem Cachen zwar gut, aber Groundspeak ist nun mal eine Firma die Geld verdienen will und auch muss!

Und auch die ganzen Power-Cacher merken das Power-Trails eben auch nur eine gewisse Zeit lang glücklich machen können und es dann aber umso schneller langweilig wird. Nein, keine große Weisheit von mir, erlebt man einfach bei Power-Cachern häufig das nach einer gewissen Zeit die Luft raus ist und zwar so richtig.

An eine Verbesserung der Qualität glaube ich genauso wenig! Denn viele der Owner die sich richtig Mühe machen wollen dafür auch Ruhm und Ehre haben. Die hoffen nicht auf gute Logs, sondern erwarten und fordern sie sogar. Natürlich nicht alle, aber was wetten wir dass beim Abflauen der möglichen Anzahl Claqueure plötzlich auch so einige Owner die sich viel Mühe gegeben haben verschwinden werden?!

Apropos Qualität, man lese mal die Definition:

Qualität wird laut der NormDIN EN ISO 9000:2015-11(der gültigen Norm zum Qualitätsmanagement), als „Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale eines Objekts Anforderungen erfüllt“, definiert. Die Qualität gibt damit an, in welchem Maße ein Produkt (Ware oder Dienstleistung) den bestehenden Anforderungen entspricht

Dann wird vielleicht mal deutlich dass sie eigentlich im Auge des Betrachters liegt und somit zwar gern aber falsch genutzt wird denn der letzte „Pissecken-Cache“ kann für den einen oder anderen noch von hoher Qualität sein.

Auch die Events werden sich so auf Dauer nicht in dieser Form halten da auch der Cacherbestand offensichtlich schrumpft. Die „normalen“ Events die noch vor einiger Zeit mindestens 50 Teilnehmer hatten sind mittlerweile eher im Schnitt bei maximal 30 gelandet. Und bei Facebook und Twitter kann man sehen wie mittlerweile verzweifelt alles zugespamt wird um die 500 Attends für ein Mega zusammen zu bekommen, also selbst da bröckelt es recht offensichtlich gewaltig.

Ich orakel mal dass es 2017 noch mal richtig runter geht. Wir werden vermutlich auch erste verzweifelte Reaktionen von Groundspeak erleben, wenn nicht sogar eine Preiserhöhung bei den Premiums. Danach wird sich dann vermutlich eine stabile Basis gefunden haben die dann den Kern des Hobbys bildet.

Der eine oder andere hofft offensichtlich auch darauf dass es wieder „wie früher“ wird. Dem kann ich schon mal gar nicht folgen denn die „Aufgeregtheit des neuen geheimen Hobbies“ ist einfach weg, ich würde salopp sagen das Hobby ist nun mal entjungfert und das wird man nicht ändern können! Es war vor langer Zeit halt ein kleiner Kern der das Hobby betrieb. Da es unbekannt war und durch das nötige GPS auch richtig teuer, es konnte sich schlicht nicht jeder leisten. Und da war dann halt jeder Cache aufregend da man noch nichts kannte. Das ist heute vorbei und wird auch nicht wieder kommen!

Ich für meinen Teil werde immer wieder schauen in wie weit ich meinen Weg im Hobby finde, welche Caches mich interessieren könnten und wo ich mit mache und wo nicht, ein Weg der mich seit Jahren alle Änderungen hat „überleben“ lassen. So werde ich auch weiter hauptsächlich allein durch die Wälder ziehen, Samstags mit der unsichtbaren Heike und eher selten mal in kleinen Gruppen von Cachern die wir viele Jahre kennen. Die Varianten gefallen mir immer noch am besten.

Was wird dabei aus Blog und Podcast? Keine Ahnung, wir fahren ja sehr gut damit uns nicht mehr auf mehr als 2-3 Monate Vorschau festzulegen und das werden wir daher wohl auch weiter so machen. Ich kann da natürlich nur für mich sprechen aber ich habe zur Zeit Freude dran. Und auch in Blog und Podcast werden wir wohl weiter machen wie bisher. D.h. ich habe ab und an das Gefühl dass Blogs und Podcasts zum Teil zusammen rücken, also auch mal Projekte gemeinsam angehen, da sehe ich uns allerdings nicht. Nicht wegen der Projekte, sondern einfach weil mir dazu wohl die Kompromissbereitschaft fehlt die man für solche Zusammenarbeit benötigt ;-) Wenn einer der anderen Blogs/Podcasts ein spannendes Projekt hat berichten wir sicherlich auch gerne drüber, aber das reicht dann ja auch 8-)

Was kommt hier grob als nächstes?

  • 07.01.2017 – unser Winter-Event mit absurd vielen Anmeldungen 8-)
  • 13.01.2017 – nächster Podcast, wahrscheinlich live
  • März – ich fahre mit der unsichtbaren Heike mal eine Woche nach Malle
  • 05.2017 – Mega in Bremerhaven

und mehr gibt es im Moment noch gar nicht.

Ok, jede Menge Weisheiten und nur die Zukunft kann beantworten ob die nun wahr werden oder nicht. Daher warten wir einfach mal ab.

Vorerst hoffe ich ihr hattet alle ein schönes Weihnachten und werdet einen guten Rutsch haben, schauen wir mal was uns das neue Jahr so alles bringen wird.