Heinrich-Heine Weg, (Alp)Traum?

Ein langes Wochenende, da stellt sich natürlich sofort die Frage „wie nutzen?“. Und nach kurzer Überlegung und einer Rückfrage ergab sich eine schöne Kombination. Wandern mit alten Cacher-Kollegen, Walpurgis mal live erleben und auch noch ein Kult-Event besuchen. Wenn das keine lohnende Kombination ist.

War alles top, aber hier möchte ich nur über den Heinrich-Heine-Wanderweg berichten den wir endlich mal gelaufen sind. Wir sind bereits Donnerstags angefahren um uns am Freitag noch das Örtchen Ilsenburg anzuschauen in dem wir eine (nicht erwähnenswerte) Ferienwohnung hatten. Ein durchaus sehenswürdiges kleines Örtchen das auf jeden Fall schon mal einen Besuch Wert ist. Es war bereits auf Walpurgis vorbereitet. Wobei wir tatsächlich etwas mehr Lametta und Trörö erwartet hatten, aber letztlich passte es schon.

Wir haben zum warm werden das ganze Dörfchen durchstreift und auch die Caches waren durchaus ok. Nichts wirklich über dem Durchschnitt liegendes aber eben auch nichts darunter. Dazu einen schönen Stadt-Multi der einen ein wenig die Stadt selber zeigt und rundherum schöne kleine Tradis.

Und so wurde es Samstag und wir trafen uns am Wanderparkplatz um nun den Heinrich-Heine Wanderweg zu laufen. Wetter so lala, es drohte Schnee, aber zum Glück blieb es bis auf wenige Flocken trocken und die Temperatur war etwas niedrig aber zum Wandern eigentlich ganz ok.

Ganz grundsätzlich besteht der Wanderweg sozusagen aus zwei Varianten. Da gibt es den breiten Schotterweg der für Gruppen oder für Menschen die nicht ganz so Fit mit den Füssen sind geeignet ist und den schmalen Wanderpfad der schon ab und an mal etwas anstrengend ist. Meist verläuft auf jeder Seite der Ilse einer der Wege, wirklich schön gelöst, für jeden Wanderer wie er es mag. Sicher nicht verkehrt den schmalen, anspruchsvolleren Weg auf dem Hinweg und den breiten Weg auf dem Rückweg zu nehmen.

Wie gesagt, der Wanderpfad ist schon etwas anstrengender.

Der Wanderweg beginnt wirklich sehr, sehr lieblich, das hat schon was von Rosamunde Pilcher so schön ist die Gegend und die Ilse packt sozusagen das Sahnehäubchen oben drauf.

Heinrich Heine begegnet einem natürlich die ganze Zeit immer wieder ohne aber aufdringlich zu wirken.

Irgendwo so kurz vor der Hälfte, etwa bei der Bremer Hütte, lässt die Lieblichkeit dann so langsam nach. Es wird rauer, durchaus auch mal etwas hässlich, was aber gar nicht stört, das ist nun mal Natur.

Hier bei der Bremer Hütte konnte man nun wieder den breiten Weg wählen oder einen kleineren rechts ab, der ist dann aber auch schon etwas deftiger. Sehr schmal und langsam auch mal etwas steiler läuft man aber auch durch eine tolle Gegend die durch ihre Rauheit ganz eigenen Charme hat.

Welchen Weg man nun aber auch gewählt hat, wie immer am Brocken führen die Wege dann am Ende wieder zusammen und die letzten Kilometer sind immer etwas so lala, hilft aber nix, muss man halt durch.

Dafür wird man in dieser Gegend dann aber wieder mit den schönsten Aussichten belohnt die ein Bild eigentlich gar nicht in voller Güte wiedergeben kann.

Oben ist dann Zeit für ein Päuschen. Man sollte sich vorzugsweise etwas Proviant mitgebracht haben denn die Einkehr vor Ort hat den Charme der 70er Jahre und auch Mobiliar und Ausstattung aus dieser Zeit. Dafür ist das Personal wahrscheinlich aus irgendeinem Gulag verpflichtet worden, der Höflichkeit nach zu vermuten. Preisgünstig wie man hier oben ist kostet z.B. eine Dose Cola am Automaten 4 Euro. Für meinen Geschmack ist diese Einkehr wirklich ein einziger Schandfleck für den Brocken! Kauft also ggf. ein Souvenir und macht ein Erinnerungsbild.

Übrigens gibt es unterwegs überall Stempelstellen für die Harzer Wandernadel. Wer also ein Sammelheft hat und es füllen möchte kann hier einiges mitnehmen.

Für den Rückweg hatte unser Vermieter uns empfohlen über die Zeterklippen zu gehen. Wir überlegten kurz, waren doch ein paar Kilometer Umweg und entschieden uns dafür, Beine fühlten sich noch brauchbar an. Die Empfehlung war wirklich ein Volltrefer. Solltet ihr euch also am Brocken noch fit fühlen, lauft über die Zeterklippen zurück, ein tolle Fleckchen und ein sehr guter Blick auf den Brocken.

Insgesamt wurde es eine wirklich laaaaange Tour und wir waren alle zusammen wirklich platt als wir wieder zurück waren. Aber die Tour möchten wir auch alle nicht missen, es lohnt sich wirklich. Unseren Track habe ich mal verlinkt, falls jemand noch mal nachsehen möchte -> HIER <-

Und überschätzt euch nicht. Das sind nicht nur 30 Kilometer sondern auch so einiges an Höhenmeter!

Ach ja, Caches gibt es natürlich auch einige am Wegesrand. Die sind aber eher so Durchschnitt. D.h. sie lockern die Wanderung schon auf und bringen immer wieder mal etwas Abwechslung hinein, so richtig einzeln erwähnenswertes gibt es aber nicht. Hier ist wirklich der Weg das Ziel!

Fazit

  • Proviant mitnehmen und das nicht zu knapp, ist schon ein lange Tour
  • Hinweg über den Wanderweg, der ist wirklich schöner
  • Einkehr auf dem Brocken eher meiden, lohnt wirklich nicht
  • Rückweg, wenn fit, über die Zeterklippen

 

Ostern in London

So, nun waren wir also über Ostern in London. Hat es sich gelohnt? Ja, die Stadt ist absolut eine Reise wert. Cache-Technisch hingegen würde ich es nicht empfehlen.

Wegen einer gewissen S-Bahn Abneigung, weil Taxi zu teuer und Mama und Papa nicht extra so früh aufstehen sollen haben wir dieses mal die Variante Parkhaus gewählt. Ich gestehe ich fand 45 Euro für 3 Tage zuerst etwas teuer, das relativierte sich aber. Technisch problemlos, ein paar Klicks, 45 Euro werden eingezogen, Zettel ausdrucken, das war es. Ins Parkhaus, Zettel auf Scanner, drin. Parkplätze ausreichend groß und alles sehr übersichtlich. Runter zum Eingang in den Wartebereich, alle 20 Minuten ein Shuttle zum Flughafen. Wahlweise den einen Kilometer zu Fuß gehen. Rückweg analog, also wirklich bequem, hat uns gut gefallen.

Und bitte, ja, man kann auch im Wohngebiet parken. Aber auch nachdem ich dafür schon auf Twitter bepöbelt wurde, ich halte davon nun mal nichts da ich es als Anwohner selber kaum so toll finden würde wenn ich keinen Parkplatz vor meinem Heim finde weil irgendwelche Gestalten von außerhalb alles zuparken. Mag ja rechtlich ok sein, für meine Moral nun mal nicht! Jeder wie er mag, für mich aber indiskutabel.

Dann der erste Schreck, Chaos auf dem Flughafen, so voll habe ich den noch nie erlebt und wir sind durchaus Ostern schon geflogen. Es klappte gerade so noch rechtzeitig zum Abflug, schon mal Glück gehabt. Der Flug von Hamburg ist schnell erledigt, 1:10 Minuten und man ist da. Allerdings verlängert sich die Reise durch diverse Passkontrollen was viele Europa-Reisende gar nicht mehr gewöhnt sind. In Heathrow kann man dann schon mal über die Größe des Flughafens staunen, der hat allein 3 Underground-Stationen zwischen denen die Bahn sogar noch lange unterwegs ist, beeindruckend. Aber auch recht übersichtlich.

Nun kann man wählen wie man in die Stadt kommt. Da gäbe es Auto in Form von Taxi oder so eine Art Privat-Taxi, da ist man aber schon mal mit 50-80 Euro dabei. Dann gibt es den Heathrow-Express, so eine Art Schnellzug, bist mit 20 Euro/Person dabei. Wir wählten die „normale“ Underground, auch aus dem Gesichtspunkt am Reiseziel „richtig anzukommen“ und das war für uns auch die richtige Entscheidung. Kostet 6 Euro/Person und man ist in rund 50 Minuten in der City. Aber Vorsicht, auf dem Flughafen wird man immer wieder mal in die Richtung Heathrow-Express „gedrängt“, einfach Augen auf dann klappt es schon. Ticket übrigens bis Zone 1 lösen, zumindest für uns bis Westminster. Geplant haben wir die Fahrt übrigens HIER.

Das Hotel hatten wir über Google entdeckt, buchbar war es aber nicht über booking.com oder sonst einem Anbieter sondern nur über das Hotel selber. Dafür war es aber auch ein Volltreffer! Für Londoner Verhältnisse ist das Premier Inn County Hall mit rund 100 Euro/Nacht für ein Doppelzimmer fast schon billig. Die Zimmergröße ok, Einrichtung absolut ausreichend, Betten top (ist in England wohl untypisch) und die Lage ist schlicht ein Traum. 50 Meter zum Golden Eye, 300 Meter zu Big Ben. Dazu hatten wir zumindest ein absolut ruhiges Zimmer. Frühstück ist für rund 10 Euro in Ordnung ohne restlos zu überzeugen. Aber Essen/Trinken ist in London nicht gerade kostengünstig, daher ist das Hotelangebot auch hier weit vorne! Ach ja, kleiner Tipp, Adapter für Strom nicht vergessen. Gibt es zur Not auch für 5 Euro im Hotel-Foyer.

Wir haben dann auf der Brücke zum Big Ben auch gleich mal unseren ersten britischen Cache gemacht und dessen Qualität hatten dann auch fast alle Caches hier, nämlich Unterirdisch! Cache-technisch lohnte sich London für uns exakt 0. Machte aber nicht wirklich viel aus da wir ja die Stadt sehen wollten.

Ich will jetzt gar nicht mit allen Sehenswürdigkeiten langweilen, sie sind letztlich alle einen Besuch wert. Wobei ich gestehe, ich kannte London bisher ja eher aus Edgar Wallace Filmen in schwarz weiß und der Besuch der Sehenswürdigkeiten ließ viele davon eher bescheiden erscheinen. Hart gesagt, man zerstört sich unter Umständen ein wenig das Bild der Jugend durch die Realität 8-) Mit einem herzhaften 20-30 km Marsch kann man tatsächlich fast alle Sehenswürdigkeiten besuchen, bei uns waren das:

Tower of London          51.50949, -0.07658

Big Ben                        51.500679, -0.124625

Westminster-Palast     51.499479, -0.124809

Tower Bridge                51.505456, -0.075356

Westmister Abbey       51.499235, -0.127310

Royal Albert Hall          51.501032, -0.178976

London Eye                 51.503245, -0.119543

Camden Market           51.541478, -0.145722

Sky Garden                 51.510999, -0.083824

Buckingham Palace    51.501347, -0.141890

Trafalgar Square          51.507969, -0.128069

Westminster Cathedral  51.495726, -0.139440

Harrods                        51.499220, -0.163803

Oxford Street               51.514949, -0.144562

St. Pauls

Natürlich kann man auch einen der roten Busse nehmen die fast genau vorm Hotel starten oder den gelben Amphibien-Bus der auch noch ein Stück durchs Wasser tuckert, das muss wohl jeder nach eigenen Vorlieben entscheiden.

Die Sehenswürdigkeiten lohnen sich alle, aber sie sind auch fast alle völlig überlaufen, siehe z.B. Buckingham Palace.

Eine einzige Sehenswürdigkeit möchten wir heraus heben. Einerseits scheint sie noch nicht so bekannt zu sein, es war die einzige welche nicht überlaufen war. Dennoch war sie unfassbar beeindruckend, Sky Garden. Ein Ausblick vom Feinsten und das sogar noch kostenfrei.

Wir finden die Stadt ist eine Reise wert, wer kann sollte aber nicht so Hot-Spots wie Ostern wählen! Cachen sollte auch nicht im Vordergrund stehen, das ist dort kein Highlight. Vielleicht kann der eine oder andere ja von unseren Erfahrungen profitieren, dann viel Spaß in der Stadt.