Mega Stade – Das unmögliche Event!

Selten ein Mega-Event erlebt bei dem es im Vorfeld so viele Reibereien gab. Mit Sicherheit agierten die Owner mit der ein oder anderen Aktion auch sehr unglücklich, man konnte sich dem Eindruck allerdings auch nicht verwehren, dass es eine große Masse an Geocachern gab, die dieses Event scheitern sehen wollten. Dieses Schwarz-Weiss-Denken manifistierte sich so stark, dass wir auch von allen Seiten Kritik ernteten: Mal waren wir zu kritisch, mal waren wir zu positiv. Die Äußerungen bezogen sich dabei durchaus auf den selben Beitrag.

Für mich kristallisierte sich stark heraus, dass es sehr schwierig sein kann, ein Mega-Event im Großraum Hamburg zu veranstalten. Die von vielen gelobte, starke und sehr breit gefächerte Community, stößt hier an Ihre Grenzen. Zuviele persönliche Befindlichkeiten stehen oft einer differenzierten Auseinandersetzung, mit solch einem Event im Weg. Als Zwischenfazit lässt sich aber festhalten, dass es den Ownern als erstes gelungen ist, ein Mega-Event so nah an Hamburg zu veranstalten.

Ich machte mich also am Samstag auf, um mir vor Ort einen Einblick vom Event und dem Eventgelände zu verschaffen. Im Vorfeld versuchte ich noch über die Seite Event-im-Norden ein paar Infos zu den Lab-Caches zu besorgen. Leider funktionierte die Weiterleitung nicht, dafür fand ich aber eine GPX-Datei über Geocaches in der Umgebung vom Gründel so wie die Einbahnstrassenregelung zur Entzerrung des Verkehrschaos. :)

Der Weg ist weit

Das Ziel ist nah

Ich blieb bei meinem Plan, ließ mich an der Zufahrtstraße absetzen und machte mich zu Fuß zur Festung auf. Auf meinem Weg dahin wurde ich exakt von zwei Fahrradfahrern überholt, was mir für ein Megaevent an einem Samstag gegen 10 Uhr doch schon etwas wenig vorkam. Vor Ort fielen mir dann erstmal die üblichen Discover-Guys & Girls auf, welche sich durch den geparkten Wagen hindurchschlängelten. Ich persönlich kann diesem Discoverwahn nichts abgewinnen, als Fahrzeugbesitzer mit TB auf der Heckscheibe, kann man sich aber sicher sein, dass sein Fahrzeug während einer Mega-Veranstaltung aller 5-10 Minuten aufgesucht wird, was durchaus das Einbruchsrisiko senkt.

Weiter ging es zum ersten Geocache, ein Vogelhäuschen mit Petling und es war erstmal Warten in der Schlange angesagt. In naher Umgebung war dies übrigens das Highlight des Tages, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Vermutlich habe ich das Schild „Eingang“ übersehen, denn ich begab mich erstmal zum falschen Zugang. Dort wurde mir sehr freundlich der Weg zur Anmeldung erklärt. Überhaupt waren die Helfer in Ihren Leuchtwesten sehr gut zu erkennen, jeder Zeit ansprechbar und immer freundlich. Es ging einem nur spärlich besetzten Shuttlebus hinterher und ich erreichte den richtigen Eingang.

Anstehen zum Loggen

Noch nicht ganz, mir fiel noch eine kleine Gruppe auf, welche sich um ein weisses Banner tummelte. Das Logbuch! Auch hier fehlte mir die Beschilderung und ich empfand die Platzierung, als auch die Gestaltung eher unglücklich. Ja ich weiß ein Event benötigt kein Logbuch, aber es sollte doch möglich sein, zumindest das Event-Logo und eine Begrüßungsformel auf die Plane zu drucken. In meiner Verklärtheit bin ich immer davon ausgegangen, dass die Owner sich so ein Logbuch aufheben. Stift war leider keiner vor Ort, mein zurückgelassener Edding überlebte wohl auch nur 30 Min. Tja so sind Sie die Geocacher.

Das Logbuch

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Der Stift

Es ging hinein in die Festung, die Anmeldung war gut organisiert in dem man Besucher nach Bestellnummern aufteilte, verlief reibungslos und ich fand auch den Ausdruck der Labcaches.

Die Anmeldung

Labcaches

Hinein ging es ins Getümmel. Getümmel ist etwas übertrieben, ich persönlich empfand es sehr übersichtlich von der Anzahl der Besucher. Dies mag der Ausdehnung über drei Tage und der Platzierung der Labcaches in Stade geschuldet sein. Für mich war es ideal, dann ich stehe ja auf entspannte Events und fühle mich bei Menschenmassen auch immer etwas gestresst. Ich hoffe der Festungsverein kann die Veranstaltung auch als Erfolg verbuchen. Da ich mich für keine Workshops entschieden hatte, blieb genug Zeit die Eindrücke auf mich wirken zu lassen. Die üblichen Geocaching-Stände fanden entsprechenden Zulauf, bei den Essenständen hatte wohl nur der Eisstand einen schlechteren Tag erwischt. Das Duell Bratwurst vs. Hotdog, gewann bei mir das Hotdog, aber die Bratwurst war nah dran. Neben diesen üblichen Angebot, gab es auch etwas ungewöhnliche „Läden“. Am Segway-Parcour konnte man sehen, das dieses Fortbewegungsmittel für viele noch sehr ungewöhnlich ist. Es gab einen Drohnen (Modellbau)-Stand und der örtliche Bauer bot auch gesunde Lebensmittel an. Leider und das ist das Fazit von gut zwei Stunden, war an den Geocaching-Ständen einfach mehr los. Es macht durchaus Sinn es auch mal mit anderen Teilnehmern auf der Ausstellerseite zu versuchen. Ein Mega ist in erster Linie als eine Verkaufsveranstaltung zu sehen, ob es sich lohnt muss jeder Aussteller für sich bewerten. Daraus eine Empfehlung für andere Events abzuleiten, nur weil man sich hier mal einen Apfel gekauft hat, finde ich fragwürdig. Trotzdem empfand ich den Schritt, auch mal über den Geocaching-Tellerrand hinaus nach Teilnehmern zu suchen, richtig.

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Der Kletterladen machte einen guten Job, die Führung durch die Festung war gut besucht und auch bei der Hüpfburg ist man gewissen Irritationen (Insider BHV) aus dem Weg gegangen. Vermisst habe ich eigentlich nur den sonst so gewöhnten Rewiever-Stand.

früh übt sich

Guideline konform

Erwähnt sei noch die Festungsbahn, welche durchaus Spass machte und der Hubschrauber-Rundflug. Nicht mein Ding aber für den Preis wohl so nur noch in den USA zu haben.

Festungsbahn

Wie schon bereits im Podcast erwähnt gibt es in der Festung Grauerort, jetzt leider nicht so viel zu sehen, dass es für einen Tag reicht. Also widmete ich mich den nahen Geocaches. Ich mache es kurz das Highlight war das Vogelhäuschen, der Rest war ok bis naja. Mal fand man eine Tupperdose, mal ein Thermoskanne, mal nur einen Logzettel. Im Umkreis konnte man den Barnkruger Hafen bestaunen, einen Altkleidercontainer nach einer Tupperdose absuchen und den üblichen Schutzdeckel vom Gasschild entfernen.

Wo ist der Hinweis

Letztendlich blieb genügend Zeit für den ein oder anderen Schnack und man konnte auch mal andere Geocacher belauschen. Hier hörte von negativen Empfindungen bis zum „super tolles Event“, die ganze Bandbreite an Einschätzungen. Nach gut vier Stunden war bei mir aber auch Schicht im Schacht.Foto 16.04.16, 13 54 51

Die Labcaches in Stade empfand ich als sehr gut. Man wurde zu den Sehenswürdigkeiten Schwedenspeicher, Hansehafen, Fachwerkhäusern geleitet und konnte sich eine guten Überblick über die Hansestadt verschaffen. Geocacher traf ich allerdings hier auch nur sehr vereinzelt an. Dafür war der Espresso am Fischmarkt sehr schmackhaft.

Aufgeschnappte Kritikpunkte bei dem Event: kein Parkplatz, kein Stift am Logbuch, Schloss verstellt, Probleme bei den Zeiten der Workshops, fehlende Frage bei einem Labcache. Man sollte sich aber immer fragen, ob man hier nicht die Nadel im Heuhaufen sucht und ob man nicht über einige Fehler, die es auch bei anderen Events gibt, hinwegsehen kann. Am Beispiel Labcaches: Natürlich fehlt bei Nummer 6 die Frage, aber die naheliegendste Lösung ist auch gleichzeitig die Antwort. Ich erachte es für wichtig das beide Seiten Ihre persönlichen Befindlichkeiten mal etwas herunterfahren und sich selber hinterfragen, dann kann man auch objektiv Handeln und Bewerten.

Meine Kritikpunkte waren: Fehlende Aktualisierung der Event-Seite (Startzeiten Workshops, Verlinkungen beispielhaft: LabCaches, Informationen auf Englisch) für mich ist dies sonst ein Anlaufpunkt bei einem Mega. Ich empfand die Beschilderung zu spärlich (Anmeldung, Workshops, Hubschrauber, Logbuch etc.)  und letztendlich das Logbuch auch etwas einfach.

musste ich nicht nutzen

Zusammenfassend ist es aber allen Helfern gelungen, ein schönes Mega-Event in Rekordzeit aus dem Boden zu stampfen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass viele Leute ein schönes Wochenende oder zumindest einen schönen Tag verbringen konnten. Die Atmosphäre war entspannt, die Helfer jederzeit ansprechbar, hilfsbereit und schon von weitem als solche zu erkennen. Ich denke jeder hat vor Ort einen guten Job gemacht und es ist gelungen ein unmögliches Event, möglich zu machen. Dies finde ich sollte man würdigen.