eine kleine Geschichte

Als Blogger ist man ja auch immer ein wenig Geschichten-Erzähler. Und uns ist eine nette Geschichte in Mallorca passiert, da möchte ich die hier auch erzählen. Es geht dabei übrigens nicht um Eigenlob, ich denke die meisten Cacher hätten auch so ähnlich gehandelt wie wir.

Wir wollten den Cache GC6DMRC machen. Ein eher einfacher Cache der sich in einem Loch in einer Stadtmauer befinden soll. Also sind wir dort hin und haben gesucht, kein Cache zu finden. Kurz vor Aufgabe noch mal richtig tief in ein recht grosses Loch gefasst und siehe da, da ist doch was ganz hinten in der Ecke. Eine Geldbörse mit Logbuch drin. Öhm, nee, doch kein Logbuch, nur ein Zettel dicht beschrieben mit Namen und Telefonnummern… Und ein Ausweis und ein Führerschein und ein Rentnerausweis. So langsam wurde klar, eine geklaute Geldbörse.

Ok, also zur Polizei? Moment, auch ein Kofferzettel drin, Ankunft gestern, genau wie wir. Das ändert so einiges, der Mann ist also noch hier und der Urlaub wäre doch versaut wenn er keine Papiere hat. Also noch mal ein Blick auf den Zettel und die erste Nummer gewählt vor der ein Vorname steht. Niemand geht ran, wie wir später erfuhren die Ex-Frau. Nächste Nummer, wieder geht niemand ran. Nun wirds schwierig, zumal solch ein Anruf ja auch nicht billig wird. Da kommt ein Rückruf von der zweiten Nummer, die Tochter. Kurz gesagt ist sie schon etwas überrascht wie wir an die Geldbörse kommen 8-) Kurze Erläuterung Geocaching hält das Gespräch kurz. Sie verspricht den Vater zu informieren der sich wenig später bei uns meldet, er ist nicht weit entfernt bei der Polizei mit Freundin und deren Freundin. Also hin und Papiere übergeben, drei glückliche Gesichter 8-)

Bei einer Einladung zum Kaffee bekamen wir neben viel Dank noch viele Tipps für unseren Aufenthalt und auch wir gingen mit einem guten Gefühl  unserer Wege, froh hier so einfach helfen zu können.Und nebenbei noch ein Stündchen mit 3 wirklich netten Menschen verbracht.

Ohne unser Hobby wäre die Geldbörse vermutlich nie gefunden worden 8-)

Kommerz oder nicht Kommerz auf Malle?

Es flatterte mal wieder ein Listing auf Facebook in der Gruppe „Mallorca Geocaching“ rein. Nun scheinen mir dort eh schon ein paar Animositäten vorhanden zu sein, aber die Debatte an sich finde ich dennoch ganz interessant. Aufhänger war der Cache GC6XZNJ und vor allem der Text im Listing:

Alle Höhlen auf Mallorca dürfen nur noch mit autorisierten Guides befahren werden! Wir können gern einen Guide vermitteln. Wer in Zukunft ohne autorisierten Guide einfährt, macht sich strafbar und die Logs werden gelöscht! Danke für Euer Verständnis!

Also gleich mit Loglöschung im Listing zu drohen ist ja nun eh schon etwas gewagt und in diesem Zusammenhang schon fast eine Logbedingung. Desweiteren kann man wohl davon ausgehen dass ein autorisierter Guide nicht kostenlos zu haben sein wird womit der Cache dann letztlich kostenpflichtig wird und das wäre dann schon der zweite Punkt der irgendwie nicht so völlig Guidelinekonform klingt. Stellt sich also die Frage ob der Cache nun so wirklich ok ist oder ob es ein Versuch ist den Kommerz durch die Hintertür zu etablieren. Passiert ja in Deutschland auch immer wieder, Museen, Zoos u.ä. versuchen immer mal wieder zahlende Besucher über das Geocaching zu bekommen und immer wieder führt es zu Ärger. Lohnt sich der Ärger wirklich für die paar Kröten?

Klar, der Owner würde den Guide ja nur vermitteln, ein Schelm wer dabei „eine Hand wäscht die andere“ vermutet, bzw. einen gewissen Lastenausgleich ;-) Auf Facebook wurde schon fleißig ausgeteilt.

Der Cache wäre ok, der Reviewer hätte ihn ja freigegeben! Na dann 8-)

Kommerz wäre schon gar nicht, man würde ja nur Guides vermitteln! Na dann 8-)

Und eigentlich wäre der gar nicht kostenpflichtig, Genehmigung wäre kostenlos! Häh, Listing passt da irgendwie nicht zur Aussage?!

Mittlerweile droht der Admin der Gruppe die Löschung an weil es zu unsachlich wird was eigentlich gar nicht so recht der Fall ist. Aber der Thread an sich ist natürlich schlechte Werbung 8-) Würde mich nicht wundern wenn sich das Listing bei Gelegenheit auch noch ändert ;-)

Auf so ein Vorgehen trifft man beim Cachen seit Jahren immer wieder, alle möglichen Varianten um per Cachen Geld zu verdienen werden ausprobiert und bisher meist abgewehrt. Hier muss es nicht so sein, vielleicht wird es wirklich nur falsch gedeutet, aber der Verdacht dass auch hier mal wieder versucht wird ein Geschäftsmodell zu etablieren ist zumindest nicht völlig von der Hand zu weisen.

Ich bin mir mittlerweile gar nicht so sicher ob mich kommerzielle Caches wirklich stören würden, sie sollten nur gekennzeichnet sein, dann könnte man sie ja ganz einfach aussortieren. Was mich erheblich stört ist wenn versucht wird diesen Kommerz „unauffällig“ einzubringen! Das ist schon fast eine Beleidigung der Cacher zu glauben die wären zu dumm dies zu erkennen!

Was meint ihr, sollte man damit relaxter umgehen oder weiterhin jeden Versuch gleich torpedieren? Oder ist die Kommerz-Vermutung hier eher eine Chemtrail-Variante?

Wie auch immer, ich werde unseren Frühlingsurlaub auf Malle genießen und wir werden solche Caches mit Sicherheit auf Ignore werfen. Es gibt ja ausreichend kostenlose Caches. Zumal wir eh hauptsächlich hinfliegen weil die unsichtbare Heike mal die Mandelblüte sehen möchte und Cachen eher Nebensache sein wird.