Wie ich die Lust an Earthcaches verlor

Früher, ja früher war alles besser. Man wurde zu einem Earthcache geführt, meistens ein Findlingsgarten, Steingrab oder sonstige grosse Steine die in der Gegend lagen, machte ein Foto, beantwortete ein paar Fragen und kontaktierte den Owner. Nach einer kurzen Freigabe, konnte man dann diesen Earthcache loggen und freute sich an eine Stelle geführt zu werden, welche doch irgendwas zu bieten hatte. Natürlich gab es auch damals schon Earthcaches welche einem zu einer Steilwand führten und das ganze drumherum doch eher sehr konstruiert wirkte.

Ich hatte zum damaligen Zeitpunkt knapp über 100 Earthcachefunde, für mich eine der liebsten Geocache-Arten, es gab fast immer was zu sehen und die Fragen lenkten einen nicht zu sehr vom Erlebnis ab. Dann kamen die Statistik, in Form von Earthcache-Master-Abzeichen und kurz darauf wurde ein Foto nur noch als optionalen Bestandteil eines Earthcaches angesehen.

Für mich ließ die Qualität bei Earthcache rapide nach, hatte man vorher noch die ein oder andere Infotafel am Geocaches, gab es plötzlich vermehrt gar keine Hinweise mehr vor Ort. Dafür wurde der Fragenkatalog länger und länger, „interpretiere“, „fühle“ oder „charakterisiere in eigenen Worten was du siehst“ wurde mehr und mehr ein Bestandteil der Aufgaben. Vor Ort gab es dann tatsächlich immer weniger zu sehen. Letztendlich hatte man ja auch gar keine Zeit mehr etwas zu sehen, vielmehr musste man sich durch einen Fragenkatalog kämpfen, oft mit weiterer Internetrecherche. Zusätzlich durfte man dann noch Messen, Schätzen, Zeichnen oder mehrere Kilometer fahren um alle Antworten beieinander zu haben.

Das Foto war optional, die Antwort der Owner in vielen Fällen auch: „Mit Senden der Antworten, darfst Du diesen Geocache loggen! Wir melden uns wenn etwas nicht stimmt.“ In den seltensten Fällen gab es hier wirklich eine Rückmeldung, Fragen zur Aufgabenstellung wurden nicht beantwortet, konnten vielleicht auch nicht geleistet werden O-Ton „ich kenne den Umfang auch nicht“.

Heute suche ich lieber normale Geocaches, ist ein Earthcache in der Nähe, dann schaue ich mir zuerst den Fragenkatalog an. Treten die obigen Punkte vermehrt auf, wird er links liegen gelassen. Mir geht es um das Naturerlebnis und nicht darum die Suchmaschine auch noch für mein Hobby zu vergewaltigen.

Back to the roots, eine interessante geologische Formation, eine Infotafel vor Ort, ein paar Fragen die man vor Ort beantworten kann, das wünsche ich mir. Nicht nur weil es so schön einfach ist, sondern vor allem weil es von dem eigentlichen Aufsuchen des Ortes nicht ablenkt.

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