Polen – eine Gegendarstellung von Shosh & Mileni ;-)

Manchmal, ja manchmal, da bekommt man so Mails, da geht einem wirklich das Herz auf! Denn da bekommt man nicht nur interessantes Feedback sondern merkt auch dass sich dort jemand wirklich Mühe gegeben und darüber nachgedacht hat was er da schreibt. Und in diesem Fall war es mal wieder so! Es kam eine Mail zum Thema Polen, ein Land in dem Kollege Trracer ja eher nicht so tolle Erlebnisse im Bezug auf das Cachen hatte. Und da ich den Text einfach klasse finde habe ich sofort nachgefragt und die Genehmigung bekommen ihn hier 1:1 also Homage an Polen zu veröffentlichen, vielen Dank dafür!

Ok, über die Schreibweise unserer Nicks müssen wir noch mal sprechen 8-)

Hier der Text:

Hallo Tracer und D-Budi,

im Podcast habe ich vernommen, dass Tracer in Polen cachen und es die Katastrophe schlechthin war. Jetzt muss ich mal für Polen in die Bresche schlagen und von meinen guten Erlebnissen berichten ohne aber zu sagen dass Tracer unrecht hat, das hat er bestimmt nicht, denn auch wir haben schon ordentlich geflucht beim cachen in Polen.

Ich bin ein wenig (sehr) Polenverliebt, da ich selbst ein Jahr in Wroclaw (Breslau) gearbeitet habe. Seitdem ist mir das Land ans Herz gewachsen, so dass ich immer wieder versuche Leute von Ihren Vorurteilen zu  lösen und zu zeigen, was für ein großartiges unbekanntes Nachbarland wir haben.

Was mir in Polen zum Thema cachen aufgefallen ist:

1.die meisten Caches sind „czarne magnetyczne” sprich schwarz und magnetsich. Weiß man das, ist zumindestens in der Städten zu 90% klar wonach man sucht.

2.In den Städten ist die Hälfte der Caches immer verschwunden.

3.Gerne werden (das wäre was für D-Buddi) in Shops oder Läden oder sogar im Rathaus versteckt wo man sich mit Hand und Fuß verständigen muss. Für die einen eine Katastrophe für andere das Salz in der Suppe. Mir ist es auch manchmal etwas blöde, habe ich es aber geschafft ist die Freude um so größer.

4.Als Junge muss man immer beim Dreieck auf die Toilete gehen.
201512 Polen 2

5.Polnische Autobahnen und Toiletten gehören mit zu den besten die wir gesehen haben. Viele Nebenstraßen und Straßen in der Stadt können aber auch genau das Gegenteil sein.

6.Die polnische Küche ist fantastisch.

Wir haben Kurztrips nach Wroclaw und Krakau unternommen. Letztes Jahr haben wir eine Autorundreise durch Polen gemacht und auch dieses Jahr haben wir auf dem Weg ins Baltikum ein paar Städte in Polen besucht.

Meine Highlights:

Krakau:

GC4C7GW – The Wavel Dragon
Ein Wherigo der einen an Hand der Sage um den Drachen Smok die ganze Stadt entdecken lässt. Geht ziemlich lang ist aber wirklich gut.

GC41Q1A –  Liban
Neben einem ziemlich abenteuerlichen Weg zum Cache, ist hier ein LP versteckt. Dieser war Kulisse in dem Film „Schindlers Liste”. Ein ziemlich beeindruckendes Gelände

GC22VTD – Massolit
Nichts für D-Buddi, ein Cache im Buchladen. Wie gesagt Geschmackssache.

GC1K2TN – Wieliczka Salt Mine
Ein Besuch hier ist ein Muss. Ein riesen Salzbergwerk in dem ganze Kirchen eingemeißelt wurden. Es geht zwar zu wie im Taubenschlag aber es ist echt sehr interessant. Runter geht es auf ca 300 Holzstufen, hoch mit einem echten Bergwerksaufzug.
201512 KrakauUnd auch ohne Caches, sollte einem Besuch nach Krakau nichts im Weg stehen. Für mich eine der schönsten Städte von Europa. Allein der Marktplatz mit dem stündlichen Spiel des Trompeters vom Kirchturm muss man gesehen bzw. gehört haben.

Letztes Jahr haben wir dann eine Rundreise durch Polen gemacht. Dresden-Poznan-Gorzno-Danzig-Masuren-Bialowieza-Warschau-Lodz-Dresden.

Poznan hat eine hübsche Innenstadt, wie die meisten polnischen Städte und war für eine Übernachtung voll in Ordnung. Cache-technisch war es wieder 50/50, schwarz und magnetisch.

Danach ging es nach Gorzno. Dort war 2013 ein Mega und dafür wurde ein Powertrail ausgelegt. Wir hatten bisher noch keinen gemacht und somit war es recht spannend. Nochmal würde ich das aber nicht machen wollen. Das ganze war aber weit ab von den üblichen Touristenpfaden und somit wieder sehr interessant, mit Tante Emma Laden, Verständigung nur auf polnisch das aber um so herzlicher.

Nächste Stadion war Danzig, einer der schönsten Hansestadt die ich je gesehen habe.  Mit GC5B5PQ fand ich hier eine lustige Letterbox in einem Armeestiefel am Strand, das und der abenteuerliche Weg war mir eine Punkt wert. Leider hat der Cache nur eine recht kurze Lebensdauer. Neben der Besuch an der Westerplatte und im Seebad Sopot kann man in Danzig noch viel entdecken.
201512 GeocachingNun führte uns unsere Reise nach Gizycko mitten in den Masuren. Dies ist eine herrliche Landschaft in der man sich 50 Jahr zurückversetzen kann. Gizycko selbst erinnert zwar eher an Ungarn (am Balaton) kurz nach der Wende, ist aber ein guter Ausgangspunkt zu weiteren Entdeckungen.

Eine führte uns direkt zur Wolfsschanze. Wäre dies bei uns eine ernste Gedenkstätte, ist es in Polen eher eine Art Rummel. Neben Fahrten im Kübelwagen (Im Nachbarort sogar im Panzer), kann man Kaffee und Kuchen im Cafe Wolfsschanze essen. Der Clou war ein Luftgewehrschießstand in einem  ehemaligen Bunker. Sehr skurril das Ganze, aber eben auch lustig. Trotzdem war es ein beeindruckendes Erlebnis und auch der Cache GCWJJ2 (auf einem Bunker in ca 10m Höhe) bleibt im Gedächtnis.
201512 WolfsschanzeAlleine in den Masuren kann man bestimmt 14 Tage Urlaub machen, ohne das Langeweile aufkommt.

Dann ging es nach  Bialowieza, den letzten Urwald von Europa in dem man sogar Bisons antreffen kann. Der Wald ist wirklich unglaublich dicht bewachsen. Geht man ein Stück vom Weg ab, wird es schlagartig dunkel. Die Straßen bestanden größtenteils nur noch aus Sand. Nachts ist ein Geräuschkonzert im Wald, dass man auf jeden Fall Wodka zum einschlafen braucht. Ein bezahlter Besuch im Nationalpark lohnt sich eher nicht, das sollte man lieber selber entdecken. Caches haben wir hier mal gefunden, mal nicht . Da ein Großteil davon im Wald lag, waren es auch schöne große Dosen.
201512 Polen1Vorletzte Station war Warschau. Da hatte ich mächtige Vorurteile, dass die Stadt wohl sehr hässlich sei. Dem konnte ich nicht zustimmen. Eine wirklich pulsierende Metropole, die sich sehen lassen kann. Neben einer Letterbox im Rathaus  GC42T7G, war dann noch ein Besuch beim Virtual GC26A9 ein muss. Der Rest war größtenteils wieder schwarz, magnetisch und eher lala. Je länger der Urlaub geht, um so weniger Lust habe ich nach jeder kleinen Micro-Dose zu suchen.
201512-Warschau
Die letzte Stadion war dann Lodz. Theo fanden wir nicht, aber Miś Uszatek den Bären. Neben dem Besuch im Kanalmuseum, ist ein Besuch der Manufaktura ein Muss. Dies ist eine alte Spinnerei, die zum Einkaufszentrum und Museum umfunktioniert wurde. Die Hauptmeile ist sehr schick, aber schon eine Straße weiter sieht es aus, als würde alles gleich zusammenfallen. So richtig krass ist uns das aber auch nur hier aufgefallen. Caches: keine Lust mehr.

Auf der Heimfahrt haben wir dann aber noch einen Halt gemacht bei GC2PB03. Das war eine Dose zu einem großen „Ereignis“, sogar dem größten der Welt. Aber seht selbst, auch das war sehr skurril.

So, ich hoffe ich konnte euch noch etwas neugierig auf unser Nachtbarland machen.
Unbedingt zu probieren ist noch:

Zurek         – Suppe von gegorenen Mehl (Schmeckt viel besser als man denkt)
Bigos        – Kräftiges Krautgericht mit Schweinefleisch
Piroggen    – Polnische Ravioli, am besten schmecken sie gefüllt mit Kraut und Pilzen
Kremowka    – Papst sein Lieblingskuchen (echt eine Sünde)
Zubrowka Wodka mit Apfelsaft

201512 essenFalls es noch Fragen gibt, könnt Ihr mich gerne kontaktieren und ich kann noch eine Menge berichten. Wie gesagt, ich wollte nicht Tracers Aussage über die Cachequalität widerlegen, sondern nur unser Nachbarland etwas preisen.

Ich heiße übrigens Georg komme aus Dresden. Cachen gehe ich zusammen mit meiner Freundin als Shosh & Mileni.

Viele Grüße an den hohen Norden, macht weiter so.

Georg

 

3 Gedanken zu „Polen – eine Gegendarstellung von Shosh & Mileni ;-)

  1. Das hat ja mal richtig Hand und Fuß! Vielen Dank für das Teilen! Eigentlich habe ich meinen Urlaub für 2016 schon komplett geplant, aber nun überlege ich doch Polen mit einzubauen.

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