Naturvandalen…

Gestern war es nach getaner Arbeit mal wieder trocken draußen und so bot es sich an noch einen nachmittäglichen Cache zu machen. Die Wahl fiel auf GC683X2 – Heuckenlock – an den Weiden. Das Heuckenlock ist ein wirklich schönes Naturschutzgebiet am südlichen Rand Hamburgs und da es ein Feuchtgebiet ist auch recht empfindlich. Vor Ort also über den recht nassen/matschigen Weg zum Cache gekämpft, so rund 700 Meter waren es wohl. Vor Ort dann ein paar Bäume so dass es mehrere Möglichkeiten gab. Wie vorsichtig man hier auch suchen mag, man sieht die Suchspuren bedingt durch den Matsch sofort. Und so sah man schon nach (scheinbar) 9 Suchern genau um welchen Baum am häufigsten gelaufen wurde. Leider sieht man auch nur zu gut das bereits abseits der Wege gesucht wurde was in einem Naturschutzgebiet mal gar nicht geht! Dass der Owner dies extra im Listing erwähnt hält wie immer niemanden auf 8-( Ich bin ja auch kein Engel oder Kind von Traurigkeit, aber dieses Gebiet finde ich so schön dass ich hier sofort den Hint zog:

„Die Höhe des Cache wird durch die mögliche Flut bestimmt…“

Ah ja, über die Sinnhaftigkeit mancher Hints kann man wohl immer wieder diskutieren, dieser hier brachte mich zumindest keinen Deut weiter. Wie ich später erfuhr hatte ich gleich den richtigen Baum im Blick und Suchspur-bedingt war der auch recht klar. Leider konnte ich aber nichts finden und da ich hier nicht jeden Tag hermatschen wollte rief ich nun einen Vorfinder an. Der bestätigte mir wo der Cache sein sollte und da war er definitiv nicht, also DNF.

Leider scheint das aber nicht jeder so zu sehen. Da waren zum Einen die deutlich sichtbaren Suchspuren neben dem Weg, zum Anderen waren an dem Bäumchen bereits diverse Äste abgebrochen/abgeknickt was deutlich zeigt dass dies arme Bäumchen schon reichlich beklettert wurde. Wahrscheinlich nicht von den Findern denn die brauchten nur auf Augenhöhe zugreifen. Aber wer sich das Listing anschaut dem fällt sicherlich die hohe Zahl an Watchern auf. Sicheres Zeichen dafür dass mal wieder einige nicht fündig wurden und den DNF „vergessen“ haben. Wer das ist kann man meist gut daran ablesen wer direkt nach der nächsten Owner-Wartung loggt ;-) Es ist so unfassbar armselig und kleingeistig keinen DNF zu loggen weil man Angst hat…. ja wovor eigentlich?

Egal, entscheidend ist dass hier die Natur sinnlos beschädigt wird. Wer ursächlich Schuld ist? Eigentlich wohl Owner und Sucher, der eine verzichtet in so empfindlicher Gegend auf sinnvollen Hint, die anderen suchen gemäß nach mir die Sinnflut 8-/ Und ja, mir ist leider nur zu klar das ich solche Flachpfeifen nicht ändern werde in dem ich hier schreibe, aber wenn ich nur einen neuen Owner dazu bekomme man nachzudenken bevor er seinen Cache legt hat es sich dennoch gelohnt! Auf mein Log gab es bisher keine Reaktion.

Also, warum ist dieser Cache in der jetzigen Form schlecht?

  1. Der Hint ist gelinde gesagt bescheiden, klar formuliert ist er Müll! An so empfindlichen Lokationen sollte er „in der Krone des Baumes landseitig vom Weg in Augenhöhe“ oder ähnlich lauten.
  2. Die T-Wertung von 2,5 lässt die Cacher vermuten sie müssten klettern. Wenn das nicht so ist sollte man darauf hinweisen! Möglichst im Hint ebenfalls denn der wird wahrscheinlicher gelesen als das Listing.
  3. Am besten legt man so einen Cache nicht mitten im NSG sondern lieber am Schild das auf das NSG hinweist. So kann jeder der Natur liebt nach dem Cache noch hinein gehen und die Dampf-Cacher können gleich wieder abziehen!

Ich bin mir immer noch nicht sicher wie ich mit diesem Cache umgehen soll, bzw. eher mit der gesamten Lokation. So kam mir durchaus schon der Gedanke das Bezirksamt Harburg zu informieren und darum zu bitten sich vielleicht mit Groundspeak in Verbindung zu setzen um dann hier nur noch Caches zuzulassen die wirklich abgesprochen und genehmigt sind. Dabei habe ich aber die Befürchtung schlafende Hunde zu wecken. D.h. es könnte ja im Extremfall dazu führen dass das Amt sich entschließt die Gegend gleich mal ganz für Geocaching zu blocken oder gar ALLE Lokationen im Bezirk zu sperren und das möchte ich natürlich auch nicht 8-/ So muss ich mir noch mal in Ruhe Gedanken machen.

Aber auf jeden Fall mal der Aufruf:

Liebe Owner, empfindliche Gebiete sind immer schwierig und gerade dort sollte man SEHR sensibel Caches legen. Ein wirklich deutlicher Hint kann an solcher Stelle schon sehr viel helfen! Und fragt euch ob es mitten drin sein muss oder ob nicht der Eingang reicht?!

Liebe Cacher, man sollte Wege im NSG nicht verlassen! Klar ihr habt den Fund und was interessieren euch die nach euch kommenden… Aber das ist ein Trugschluss, mit solch asozialem Verhalten trefft ihr euch auch selber denn so werden irgendwann, nach und nach, immer mehr Gegenden für unser Hobby verbrannt werden! Also, nehmt Rücksicht und wenn es auf Egoismus passiert!

9 Gedanken zu „Naturvandalen…

  1. Ich kenne das Heuckenlock auch schon sehr lange und fand dort die schonende Variante eines EarthCaches absolut angebracht – ich käme gar nicht auf die Idee, in einem ökologisch so sensiblen Gebiet eine Dose zu verstecken, und eigentlich sollte sich das auch von selbst verbieten. Vielleicht sollte man bei Groundspeak die Guidelines für NSG an die für US Nationalparks anpassen…

  2. Das ist ja ein sehr interessanter Kommentar. Die Ecke liebe ich und habe sie Dank des Earthcaches kennengelernt. Am Eingang befindet/befand sich auch ein kleiner Multi, der sehr naturschutzfreundlich gelegen ist. Als ich den Publish sah, dachte ich auch als erstes an die Bulldozercacher unter uns. Das Gebiet beherbergt tatsächlich viele Vögel und ist ein Paradies. Ich hatte gehofft, dass der Cache vielleicht an einem der wenigen nicht natürlichen Objekte im NSG ist. Im Sommer ist der Weg fast nicht begehbar, da alles wunderbar zuwächst. Na, mal gucken wie sich das entwickelt. Und ich sollte mir doch mal Vorort unbedingt eine objektive Meinung bilden :-)

    • Im Prinzip geht es ja nicht um diesen speziellen Cache. Würde der Owner ihn archivieren könnte man die Uhr danach stellen wann ein neuer an ähnlicher Stelle liegt 8-/

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