Meinungsäußerung als Reviewer?!

Reviewer waren für mich eigentlich immer möglichst unparteiische Menschen die, wie Schiedsrichter, die Regeln im Hobby im Auge hatten und durchgesetzt haben. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich das zumindest über die vielen Jahre so erlebt. Es war sogar richtig schwierig mal eine wirkliche Meinung zu bekommen, zumindest für Blog oder Podcast und das fand ich auch gut so. Die Unparteilichkeit schaffte auch eine eher kleine Angriffsfläche.

Nun kam vor kurzem ein Tweet von Eigengott

Wenn es in NRW länger mit dem Review dauert, bedankt euch bei den Ownern die Serien/Powertrails statt Multicaches einreichen. #geocaching

Inhaltlich bin ich da ja voll auf seiner Seite, ich mag Multicaches auch eher als Trails. Aber ist es wirklich in Ordnung dass ein Reviewer solche Meinungen öffentlich von sich gibt? Und kommt mir jetzt nicht mit „eigene Meinung“, auf Twitter ist jedem klar dass Eigengott Reviewer ist und so wird die Meinung schon auch mit der Rolle Reviewer verbunden. Ich gestehe dass mir das gar nicht gefällt, denn für mich sollte ein Reviewer in seiner Rolle unparteiisch sein und das ist hier wohl kaum noch der Fall?!

Dazu passend finde ich kurz darauf der Seite der Reviewer Deutschland auch noch Werbung für einen Podcast. Nun habe ich gar nichts gegen den Podcast und auch keine Sorge uns würde durch andere Podcasts was verloren gehen, nur hat solche Werbung wirklich was auf der Reviewer-Seite verloren?

Also beides sind Dinge die ich bisher nicht im Ansatz von Reviewern erwartet hätte! Klar, Eigengott haut schon mal einen raus und das ist oft auch gar nicht so schlecht oder falsch, aber bisher ging es da eher um unstrittige Dinge wie Naturschutz. Hier wird aber klar eine Variante des Cachens bevorzugt bzw. kritisiert. Und auch die Werbung für einen Podcast ist letztlich eine Art der Bevorzugung. Wie gesagt, beides in der Aussage für mich wenig problematisch, aber dass es überhaupt solche Aussagen gibt empfinde ich als extrem problematisch!

21 Gedanken zu „Meinungsäußerung als Reviewer?!

  1. Ich finde auch, dass der „Ton die Musik“ macht. Und hier ist eindeutig über das Ziel hinausgeschossen worden. Aber der Inhalt ist sicherlich nicht falsch.

    Anders sehe ich es bei der Seite. Die MUSS unparteiisch sein, und Werbung in jeder Form ist ein absolutes NOGO.
    Ich verstehe auch nicht ganz den Sinn. Ein Newbie, so glaube ich, hat genug zu tun um alle Funktionen der GS Seite zu erkunden, und das ist bei den dauernden Änderungen auch für uns mühsam. Und da glaube ich eher nicht, dass genau dieser Newbie auf der Reviewer Seite oder auf Projekt GC,….surft. Eher auf FB Gruppen. Und da wäre die Werbung wieder im und auch Ziel führender.

    LG aus A

    Sepp

  2. Haloa!
    Wir leben im postfaktischen Zeitalter, man erlaube mir daher bitte einen Hauch Spitzfindigkeit und den Bruch einer Lanze.
    Interessant ist, dass jeder in diesen „Tweet“ hineininterpretiert, dass Eigengott das als Reviewer geschrieben hat.
    Er ist (soweit mir bekannt ist) jedoch der einzige Reviewer, der Spieler- und Revieweraccount namentlich nicht trennt.
    Wäre also zunächst festzustellen, aus welcher Rolle heraus die Aussage stammt
    😉
    TJ.

  3. …ich tendiere eher dazu zu sagen verurteilt Groundspeak – auch wenn ich kein Freund von Eigengott und seinem Gott Gehabe bin…

    Groundspeak ist nur noch rein kommerziell und könnte mit einem gewissen finanziellen Anreiz (Bonus) – also kein Gehalt – locker dafür Sorgen das es ein paar mehr Reviewer geben würde.

    ABER, dannn müssten in Seattle voll auch ein paar auf ein großzuügiges Gehalt und Zusatzleistungen verzichten, den der Verwaltungsakt und Geschäftsetage von Groundspeak ist doch mittlerweile so gewachsen das andere dran verdienen und sich ihren Altersitz ersparen, während die Reviewer mit Zuckerbrot und Peitsche abgefertigt werden…

  4. Ich war auch erstaunt, gerade von dieser Seite Werbung zu lesen. Ich stelle mal die Frage, wenn die Garmin/Magellan/Falk… PR Abteilung einen Artikel angeboten hätte, der die Anfängerfreundlichkeit eines neuen Produktes anpreist und darlegt, wie genau das Gerät Koordinaten misst (so dass es weniger zu falschen Koords bzw nach dem publish des Listings nötigen korrigierenden Verschiebungen kommt), wäre das dann dort auch publiziert worden?
    Ab und zu gibt es ein Thema in der Cachefrequenz, dem Allgäuer Geocaching Podcast, bei Encyklia, GC Treffpunkt oder OC Talk (die Aufzählung ist beliebig erweiterbar), dass interessant gerade für Anfänger oder (Neu-)Owner ist, können diese Podcasts sich bzw die entsprechende Episode dort auch anpreisen?

    Gruss,
    palk.

  5. Erst dachte ich, ok Eigengott hat sich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt und wollte nur feststellen, dass er etwas mehr Arbeit hat als gewöhnlich. Klar machen viele einzelne Listings bei Tradis mehr Mühe als eines bei einem Multi. Darf er seine Meinung als Reviewer offen kundtun? Ich denke der Ton macht die Musik und gegen einen Hinweis der Auslastung spricht sicher nichts, dennoch sollten meiner Meinung nach Reviewer möglichst niemanden wegen seiner Vorlieben in ein negatives Licht rücken. Sie entscheiden ob ein Cache den Guidlines entspricht oder nicht aber sind sie nicht auch Ansprechpartner für die Community? Sollten sie nicht auch mal “freundschaftliche“ Ratschläge geben? Jedenfalls hatte ich bisher und habe noch immer diesen Eindruck und ich habe auch diese Erfahrungen gemacht.
    Schwierig wird es, wenn der Eindruck entsteht, dass ein Reviewer jemanden Aufgrund seiner Neigungen (Powertrails) ausklammert oder z.B. wegen zu vieler Tradis nicht so sympatisch findet.
    Sich dann auch noch über die dort gemachten Fehler zu äußern und die Multis öffentlich zu Favorisieren kann man sicher verstehen aber ist das angebracht bei einem Reviewer? Wir sind da skeptisch…

  6. Ich sehe den Kommentar von Eigengott unkritisch aber er adressiert Ihn falsch. Nicht die Owner sind Schuld für die Bearbeitungszeit, sondern zu wenig Reviewer in Verbindung mit Statistiksteuerung von Groundspeak, welche das Legen von Serien befeuert. Die Formulierung wäre also richtig „Bedankt euch bei Groundspeak, das die Freischaltung etwas länger dauert. Leider ist unsere Manpower dem Vermarktungsansatz aktuell nicht gewachsen.

    Zum anderen Thema: Der Artikel ist eine reine Promo und dient dem Zweck den Podcast schnell bekannt zu machen. Da man schnelles Wachstum an Hörern verzeichnen möchte. Natürlich gibt es unter Podcastern auch Konkurrenz, diese wird in Hörern und Bewertungen bemessen und entscheidet bei vielen Podcastern über Einnahmen die über Werbung, Produktplatzierung etc erzielt werden können.
    Es ist sehr blauäugig dies nicht zu wissen oder vorzugeben dies nicht gewusst zu haben. Letztendlich habt Ihr euch für ein Projekt einspannen lassen und eure Neutralität verlassen. Schaden tut dies immer der Gc-Reviewer-Seite, für mich ist ganz klar dass ich hier demnächst auch Gastbeiträge von Garmin oder Geocaching Socks finden werde.

    • Dass GS das Legen von Serien befeuert, ist so nicht ganz richtig. Anfang des Jahres kam im Gegenteil das Gerücht auf, dass Groundspeak allzu umtriebige Ausleger etwas ausbremsen will. Offenbar hat man in Seattle erkannt, dass eine reine Erhöhung der Dosenzahl alleine nicht die Leute bei Laune hält. Und in der Tat sind die Fundzahlen pro Cache in den letzten beiden Jahren in einigen Gegenden rückläufig, das muss ja auch einen Grund haben.
      Zudem – bitte korrigieren wenn ich falsch liege – liest man in offiziellen Verlautbarungen nichts von Trails, sondern eher von Souvenirs oder wie man gute Caches auslegt.

      • Ich verweise als erstes auf den neuen Blogeintrag im Geocaching Blog zum Thema R2D2 https://www.geocaching.com/blog/2017/05/may-the-fourth-be-with-you-geocachers/

        Sie nennen es jetzt Geocaching-Art im Grunde das Gleiche. Aber es ist ja unstrittig wenn ich jahrelang größer, weiter, mehr befeuere, dass man dies nicht einfach so abstellen kann.
        Ich kenne die Aussagen bzgl. Cachedichte auch, die Geoarts die überall aus der Gegend sprießen und auch noch prominent geteilt werden, zeigen ehrlich die Inkonsequenz.

      • Du sagst es richtig, es kam das Gerücht auf. Mehr aber auch nicht. Das Gerücht wurde bisher weder offiziell bestätigt noch dementiert noch gab es irgendwas, was von dem Gerücht umgesetzt wurde.

  7. Zu erst einmal: Reviewer sind keine Schiedsrichter! Das wollen wir auch gar nicht sein.

    Wir prüfen neue Caches auf Guidelinekonformität.

    Und da hat unser Kolleg aus NRW nun mal recht, einen Multi mit 20 Stationen prüft man nun mal schneller als einen Trail mit 20 einzelnen Listings.

    Von daher, ja, bedankt euch bei den Traillegern das es länger dauert, bis euer Cache reviewed werden kann.

    Liebe Grüße

    Katrin und Gerwin

  8. Ne ne, die Formulierung „bedankt Euch bei“ hat eindeutig eine negative Konotation, denn sie impliziert, dass die, die Powertrails legen „Schuld“ daran haben, dass es so lange dauert. Und wer Schuld hat hat ja auch etwas Negatives gemacht, sonst müsste er sich ja hinterher nicht „entschuldigen“. Daher ist für mich ganz klar, dass dem Herrn Eigengott die Powertrails sauer aufstossen. Und ein Richter, der während eines Verfahrens seine persönliche Meinung äussert ist ratz fatz wegen Befangenheit vom Fenster weg, nur um mal bei dem Vergleich zu bleiben.

  9. Hallo,

    ich habe schon auf eine Meinungsäußerung in Bezug auf den Podcast gewartet. Es wurde eben eine Anfrage gestellt ob das Projekt auf der GC-Reviewer Seite vorgestellt werden kann.

    Da der Podcast es sich als Aufgabe gemacht hat, Newbies etwas an die Hand zu nehmen, sehe ich nichts Verwerfliches darauf hinzuweisen.

    Tut keinem weh, außer es geht hier um Konkurrenz, was ich aber echt nicht hoffe. Miteinander wäre hier die bessere Alternative.

    Bin ich durch die Freigabe des Artikels nicht mehr unparteiisch? Müssen andere beurteilen. Hier wird Hilfe angeboten, genauso wie im Artikel über das Newbie Event. Ich finde solche Sachen eigentlich eine gute Sache, da sie die Arbeit von uns Reviewern evtl. sogar etwas erleichtern kann, wenn dadurch Fehler gar nicht erst gemacht werden.
    Somit hat der Artikel schon eine Berechtigung auf unserer Seite.

    Bin auf Meinungen von der Community gespannt.

    Schöne Grüße
    Holger | UrbanWalker
    Volunteer Reviewer in Deutschland

    • Ich bin da auch gespannt, zumal ich auch schon von einigen Reviewern hörte dass sie gar nichts davon wussten dass da plötzlich ein Podcast auf der Reviewer-Seite erscheint. Klar, „Konkurrenz“ einzumischen und was von „Miteinander“ zu schreiben hört sich gut an und diskreditiert den Artikel gleich mal ein wenig, aber ich bin relativ sicher dass uns genug Leser/Hörer kennen um das richtig einzuordnen 8-) Wäre dann ja spannend zu erfahren nach welchen Kriterien Podcasts/Blogs denn so verlinkt werden. D.h. darf sich jetzt jeder Blog/Podcast melden und bekommt einen Artikel?

    • Ich bin Stammhörer verschiedener Formate.

      Ich finde das neue Podcast-Projekt grundsätzlich gut. Auch ein Hinweis auf der gc-reviewer Seite ist nachvollziehbar aus Sicht der reviewer.

      Die doch sehr umfangreiche „Selbstdarstellung/Eigenwerbung“ im Form eines Gastbeitrages hätte ich dort nicht erwartet

      Eher eine neutrale Info aus Reviewer-Sicht geschrieben, dass es ein neues Podcast-Projekt gibt, was den Fokus auf Neueinsteiger legt und die Info dass man Details und Hintergründe auf der Homepage des Podcast nachlesen kann.

      Ich bin auch gespannt, ob und wie auf der gc-reviewer Seite künftig mit „Gastbeiträgen“ umgegangen wird.

      VG aus Hannover

  10. Eigengott hat schön öfters seine Meinung geäußert. Das ist auch legitim, solange es seine Tätigkeit als Reviewer nicht beeinflusst, also bestimmte Caches beim Review anders zu behandeln als seine Lieblingssorten

  11. Ich sehe den Spruch vom Eigengott nicht als seine Meinung an, sondern lediglich als eine Feststellung. Und die kann auch ein „Unparteiischer“ jederzeit von sich geben.

  12. Wieso sollte ein Reviewer keine eigene Meinung haben dürfen?

    Der Vergleich mit dem Schiedsrichter hinkt. :-) Er ist eher ein Richter oder eben ein Reviewer, der überprüft, ob etwas Regel-konform ist. Reviewer gibt es z.B. auch in der Software-Entwicklung, die aufpassen, dass nicht irgendwelche Entwickler zu eigenmächtige Sachen in komplexe Projekte einchecken.

    Seine Schiedsrichter-Funktion tritt allenfalls auf, wenn es um Auseinandersetzungen zwischen Cachern geht. Hier kann man schon erwarten, dass ein Reviewer mit dem notwendigen Fingerspitzen-Gefühl „unparteiisch“, also sachlich, handelt und nicht das Gefühl vermittelt, einen Cacher zu bevorzugen.

    Das kollidiert nach meinem Gefühl aber nicht mit den hier zitierten Meinungs-Äußerungen.

    • Natürlich darf und soll ein Reviewer eine eigene Meinung haben, ich frage eher ob er die in seiner Rolle von sich geben soll?! Und auch ein Richter haut seine Meinung meist nicht in seiner Rolle alt Richter raus, wobei Ausnahmen natürlich immer die Regel bestätigen. Aber letztlich finde ich es ja auch interessant wie die Ansichten dazu sind.

  13. Widerspruch in beiden Fällen:
    Eigengott hat hier lediglich angekündigt, daß der Reviewprozess sich verlangsamt, weil Powertrails langwieriger zu reviewen sind.
    Oft fehlen da einfach die Genehmigungen, viel mehr Abstandsprobleme zu Mysteries können auftauchen, das kostet oft Zeit beim Review.
    Ich sehe da keine Bevorzugung einer Spielart, sondern lediglich die Aussage, warum es grad mal wieder länger dauert.

    Die Werbung für einen Podcast (und ja, Du kannst mir Voreingenommenheit vorwerfen) seh ich als Zielgruppenorientiert.
    Da sollen Anfänger angesprochen werden. Und die lesen in der Fülle an Infomaterial im Netz nun mal (hoffentlich) eher die Info Seiten der Reviewer als auf Facebook und Co.
    Wie würdest Du denn sonst die Zielgruppe ansprechen wollen, damit die auf das Projekt aufmerksam werden?

    Reviewer sind auch Menschen mit Meinungen. Sie sind keine Schiedrichter, das gehört gar nicht zu ihren Aufgaben.

    Gruß, Elli

    • Ach Elli bitte, du möchtest nicht wirklich auf dieses Niveau der Wortklauberei? Die Aussage wird mit Sicherheit von den meisten Lesern genauso verstanden wie von mir… Schon „bedankt euch bei“ steht im allgemeinen wohl kaum für inhaltlich fundiert argumentierte Begründungen! Und Reviewer haben natürlich Meinungen, die Frage ist ob sie in ihrer Rolle als Reviewer diese kund tun sollten?! Ja, es gibt noch den Podcache er immer Cacher einladen möchte, ist das nicht für Anfänger? Dann gibt es Encyklia, die berichtet von den Menschen beim Cachen, wäre das nicht für Anfänger? Nein, Podcast, Blogs u.ä. haben für meinen Geschmack exakt nichts und wieder nichts auf einer Seite der Reviewer zu suchen!

      • Mein erster Gedanke war auch: „Hat er sich vielleicht etwas ungeschickt ausgedrückt“. Aber ich gebe dir durchaus Recht: „bedankt euch bei…“ ist schon Negativ Behaftet.

        Persönlich teile ich die Meinung, aber es wäre durchaus unparteiischer gewesen zu sagen:
        „Aufgrund der hohen Anzahl an Einreichungen kann sich die Veröffentlichung neuer Caches verzögern.“

        Vielleicht wars doch ungeschickt und hat doch das gemeint? ;-)

        Das mit Werbung zu einzelnen Podcasts…

        Hab da im moment noch keine Meinung. Prinzipiell sind Empfehlungen von offizieller Stelle schwierig.
        (Reviewer sehe ich durchaus als offizielle Stelle, da sie direkt von Groundspeak berufen sind und auch die Meinung von Groundspeak nach außen repräsentieren).

        Ich sehe Reviewer nicht als Schiedsrichter, sondern als Richter. Dennoch sollten sie sich auf keine Seite stellen.

        Wobei man dann auch wieder sagen muss:
        – Es sind nur Menschen!
        – Sie machen das Ehrenamtlich

        Schwierig. ;-)

        Hätte mir vermutlich gar keine Gedanken darüber gemacht wenn du nichts dazu geschrieben hättest.
        Gruß
        Andreas

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