Lasst euch nichts erzählen!

Da hat man einen Cache geschafft und ist ganz begeistert, dass man eine besondere Herausforderung geschafft hat. Und es dauert nicht lange, bis jemand um die Ecke kommt, der nichts Besseres zu tun hat, als zu verkünden dass das ja gar nichts Besonderes ist oder wahlweise, dass er ja einen noch viel dolleren, besseren geschafft hat. Diese Gestalten sind ein wenig wie Herpes, fängst du ihn dir einmal ein, wirst du ihn nie wieder los! Genauso nervig die Cacher, die dir was von Genuss-Cachen erzählen wollen und du beim Blick auf ihre Statistik siehst, dass sie 3 Jahre dabei sind und 20.000 Funde haben. Sorry, mag für sie Genuss-Cachen gewesen sein, aber das ist bei solchen Quoten doch fragwürdig.

Hardcore-Cacher, T5er Clique, LPC-Spezialisten und andere Pimmelfechter. Wenn Ihr solcherart Gebabbel hört, sagt einmal anerkennend „ganz toll“ und seht zu, dass Ihr verschwindet. Im Normalfall wird nur noch wildes Eigenlob und dümmliche Angeberei folgen, die keinerlei brauchbaren Inhalt hat. Ich durfte auch schon erleben, dass ein elektronisches Gerät angeschaltet wurde und man versucht hat, mich mit Bildern zu „beglücken“. Manche Menschen merken einfach nicht, dass Prahlerei nicht immer gut ankommt

Ich persönlich finde es gar nicht tragisch, wenn jemand extrem viele Caches macht oder eine extreme LPC oder T5-Quote hat. Ist doch gerade das Schöne, dass jeder machen kann, wie er mag! Traurig wird es in meinen Augen, wenn manche Cacher tatsächlich ihr Leben komplett darauf ausrichten, ich frage mich schon lange, ob es da nicht schon so etwas wie Cache-Sucht gibt! Aber auch das ist letztlich jedem selber überlassen. Nervig wird es erst, wenn dir Cacher erzählen wollen, wie man zu cachen hat, welche Caches man gemacht haben muß, wie man loggt, und, und, und… Vorschriften gibt es so endlos viele, lasst Euch beim Cachen nicht noch mehr davon aufdrängen von Leuten, die dazu durch Nichts ermächtigt sind.

Lasst Euch nichts erzählen! Vor allem nicht, was eine Leistung ist und was nicht. Aus welchen Gründen auch immer, z.B. auch körperliche Beeinträchtigung, kann der Tradi an der Leitplanke ja schon eine echte Herausforderung sein und wenn man die dann schafft, dann darf man auch stolz sein! Und wer wirklich stolz auf seine eigene Leistung ist, wird es gar nicht nötig haben, das groß zu verkünden, sondern wird das einfach für sich genießen. Mich beschleicht eh das Gefühl, dass diese ganzen Großtöner eigentlich nur so laut tönen, weil sie einfach nur mit sich selbst unzufrieden sind und meinen, das könnten sie mit Anerkennung von außen verbessern. Klappt meist nicht, sonst würden sie ja nicht ununterbrochen weitermachen.

Meiner Meinung nach ist das Wichtigste, selber zufrieden zu sein mit dem, was man macht! So habe ich mit der unsichtbaren Heike bei „Nothing but stones“ unser größtes Abenteuer erleben dürfen, 3 Tage, die für uns wirklich anstrengend waren. Andere haben das an einem Tag geschafft, ein Norweger hat uns gar überholt und kam uns Stunden später wieder entgegen. Und? Uns egal, für uns war das eine Tour am Limit und wir sind stolz, es geschafft zu haben und das wird sich auch nicht ändern, wenn jemand die Tour irgendwann in 2 Stunden auf Brustwarzen macht. Genauso kann man auch mal etwas nicht schaffen, ohne dass der berühmte Zacken aus der Krone bricht. So haben wir bei „Funivia del Furggen“ beim ersten Schnee abgebrochen, während andere im Tiefschnee da hoch sind, wobei man da vielleicht auch etwas über die Sinnhaftigkeit diskutieren könnte Und? Wir haben gemerkt, dass wir Schnee in den Bergen einfach nicht einschätzen können, Pech, kann ich halt auf dem nächsten Event nicht mit dem Cache angeben, kann dafür aber weiter bei guter Gesundheit durch die Gegend laufen!

Man kann sich beim Cachen nicht wirklich vergleichen, der eine mag dies, der andere mag das. Genauso hat der eine hier Fähigkeiten und der andere dort. Das ist einer der Gründe, warum ich schon so lange cache und es auch noch weiter betreibe. Immer wieder versuchen ein paar Dumpfbacken, Wettbewerb in das Hobby zu bringen, so richtig gelungen ist es aber nie und das ist auch gut so! Alle reden immer gerne von „jeder, wie er will, so lange er niemanden schädigt“, wäre schön, wenn das auch mal gelebt würde! Klar sitzen wir im Glashaus, aber wir berichten drüber, wir versuchen nicht zu verbieten! Und bei dem Scheiß, der da mittlerweile täglich abläuft, bin ich mir noch nicht mal sicher, wie lange ich noch Lust dazu habe 8-/

Also, lasst Euch nichts erzählen! Geht raus und macht genau die Caches, die Euch gefallen und nicht die, die man zum Angeben benötigt! Und wenn andere von ihren „Hardcore“ – Erlebnissen erzählen, nickt freundlich und sucht Euch einfach jemanden, der sich nicht über so einen Quark definiert!

8 Gedanken zu „Lasst euch nichts erzählen!

  1. Super geschrieben!

    Zum Glück haben wir in der engeren HZ eine sehr bodenständige Community, so das diese SuperCacher nur bei größeren Events aufschlagen.

    Auf dem letzten Event konnte wir eine Planung für das Mega in Mainz kennen lernen – 14 Typen an einem Tag und am selben auch noch die 81er Matrix und natürlich noch den „Beifang“ – meine Frage, ob ihr Gemächt dadurch wächste konnten sie nicht verstehen.

    Mich stört diese Prahlerei ungemein – ich hatte meine Statistik bei GC umgehend deaktiviert, als es ging.

  2. Es liegt vielleicht daran, dass ich nicht so häufig auf Events gehe, aber an Cacher, die mit Ihrer Statistik bzw. ihren Hardcore-Gefunden-Erlebnissen prahlen, kann ich mich eigentlich nicht erinnern. Und auch was geniale Cacheleger angeht, die ihre Werke überall wie Sauerbier anpreisen, dass es schon teils peinlich wirkt, kenne ich eigentlich bisher auch nur einen einzigen Vertreter. Von daher würde ich dieses Phänomen der (Statistik)Prahlerei doch eher als Randerscheinung bewerten. Aber vielleicht bewege ich mich ja auch in den falschen Kreisen … oder auch in zu kleinen Kreisen.

    Viele Grüße
    Gerald

  3. Kann ich so unterschreiben, wir hören solchen Leuten kurz zu (evtl. haben sie ja den ein o. anderen Cachetip den wir uns dann Zuhause erstmal anschauen) und drehen ihnen dann den Rücken zu und gehen weg oder unterhalten uns mit anderen Cachern.
    Zum Glück gehen wir aber nur sehr selten auf Events sodass uns das doch erspart bleibt.
    Ihr habt mal in irgendeinem Podcast was von Schwa..vergleich via GC-Statistik erzählt.
    Darauf hin haben wir uns mal Gedanken gemacht und festgestellt das wir immer öfters drauf angesprochen wurden warum wir noch nicht den oder den Cache gemacht hätten.
    Auf Nachfrage wie er/sie darauf käme bekamen wir als Antwort das wir ja noch nicht den Banner in unserem Profil von dem jeweiligen Cache hätten.
    Daraufhin haben wir die Statistik auf Verborgen gesetzt und gut ist. Allerdings werden wir jetzt des öfteren gefragt ob wir etwas zu verbergen hätten.
    Naja was soll es. Jedem das seine.

    Soviel von meiner Seite zu dem Thema.

    Grüße aus dem schönen Saarland

    Saacha (Team Sascha & Manuela )

  4. Vielleicht hängt das ja auch mit der Eventmentalität zusammen.
    Solange es für Eventbesuche Punkte gibt wird es wohl auch solche Selbstdarsteller geben die sich genau dort präsentieren.
    Ich denke aber das die Masse der Cacher eher „normal“ tickt und sich vom gesabbel nicht beeinflussen lässt.
    Allerdings sollte man auch bedenken das es für viele (und damit meine ich ausdrücklich nicht die 10.000 Caches in 2 Jahren-Cacher) wirklich einschneidende Erlebnisse sind wenn sie einen LP oder herausfordernden Nachtcache absolviert haben. Und die sind dann so geflasht das sie gern davon erzählen – ganz ohne Prahlerei.
    Egal wie, „Lasst euch nichts erzählen“ trifft es ganz gut – beim cachen und auch sonst im Leben.
    @ Jörg: freut mich das du dein Artikelquotenabsenkungsgesetz nicht allzu wörtlich nimmst ;)

  5. Der Pfälzische Königsweg 50km 2500 Höhenmeter. Was wurde ich angefeindet, dass ich es zuließ, wenn jemand das Event geloggt hatte, obwohl er nur die Treppe vom Parkplatz hoch kam. Zum Einen wäre das Löschen eines Logs mit dieser Begründung nicht von den Regeln abgedeckt und zum Anderen ist es mir egal. Ich biete die Wanderung an, so dass jeder an seine Grenzen kommt. (Leider klappt es nicht mehr, da joggen doch paar die Strecke durch und sitzen dann geduscht beim Event, als kämen sie gerade aus der Kirche.) Manche fallen im Ziel gleich neben dem Grill mit den Spießbraten um, andere sind glücklich nach dem ersten Berg die Event-Hütte zu finden und es gibt auch Cacher, die sind froh die Treppe zu schaffen.

    Am Ende sind alle glücklich ihr ES geschafft zu haben und versucht vielleicht beim nächsten mal es etwas größer zu gestalten mit Tips und Tricks der anderen.

    Schlechte Stimmung verbreiten eigentlich nur, die kein Schritt gegangen sind. Sie stehen aber zum Glück alleine dar und werden immer rarer. Daher werden wir das Event weiter führen.

  6. Das unterschreibe ich so. ;-)

    Haben wir selbst schon mehrfach erlebt. Wir cachen lieber in unserem eigenen Tempo und müssen nicht, obwohl es reizt, alle möglichen Lost Places besuchen. Zumal die ganze Fahrerei dahin nervt.

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