Kommerz oder nicht Kommerz auf Malle?

Es flatterte mal wieder ein Listing auf Facebook in der Gruppe „Mallorca Geocaching“ rein. Nun scheinen mir dort eh schon ein paar Animositäten vorhanden zu sein, aber die Debatte an sich finde ich dennoch ganz interessant. Aufhänger war der Cache GC6XZNJ und vor allem der Text im Listing:

Alle Höhlen auf Mallorca dürfen nur noch mit autorisierten Guides befahren werden! Wir können gern einen Guide vermitteln. Wer in Zukunft ohne autorisierten Guide einfährt, macht sich strafbar und die Logs werden gelöscht! Danke für Euer Verständnis!

Also gleich mit Loglöschung im Listing zu drohen ist ja nun eh schon etwas gewagt und in diesem Zusammenhang schon fast eine Logbedingung. Desweiteren kann man wohl davon ausgehen dass ein autorisierter Guide nicht kostenlos zu haben sein wird womit der Cache dann letztlich kostenpflichtig wird und das wäre dann schon der zweite Punkt der irgendwie nicht so völlig Guidelinekonform klingt. Stellt sich also die Frage ob der Cache nun so wirklich ok ist oder ob es ein Versuch ist den Kommerz durch die Hintertür zu etablieren. Passiert ja in Deutschland auch immer wieder, Museen, Zoos u.ä. versuchen immer mal wieder zahlende Besucher über das Geocaching zu bekommen und immer wieder führt es zu Ärger. Lohnt sich der Ärger wirklich für die paar Kröten?

Klar, der Owner würde den Guide ja nur vermitteln, ein Schelm wer dabei „eine Hand wäscht die andere“ vermutet, bzw. einen gewissen Lastenausgleich ;-) Auf Facebook wurde schon fleißig ausgeteilt.

Der Cache wäre ok, der Reviewer hätte ihn ja freigegeben! Na dann 8-)

Kommerz wäre schon gar nicht, man würde ja nur Guides vermitteln! Na dann 8-)

Und eigentlich wäre der gar nicht kostenpflichtig, Genehmigung wäre kostenlos! Häh, Listing passt da irgendwie nicht zur Aussage?!

Mittlerweile droht der Admin der Gruppe die Löschung an weil es zu unsachlich wird was eigentlich gar nicht so recht der Fall ist. Aber der Thread an sich ist natürlich schlechte Werbung 8-) Würde mich nicht wundern wenn sich das Listing bei Gelegenheit auch noch ändert ;-)

Auf so ein Vorgehen trifft man beim Cachen seit Jahren immer wieder, alle möglichen Varianten um per Cachen Geld zu verdienen werden ausprobiert und bisher meist abgewehrt. Hier muss es nicht so sein, vielleicht wird es wirklich nur falsch gedeutet, aber der Verdacht dass auch hier mal wieder versucht wird ein Geschäftsmodell zu etablieren ist zumindest nicht völlig von der Hand zu weisen.

Ich bin mir mittlerweile gar nicht so sicher ob mich kommerzielle Caches wirklich stören würden, sie sollten nur gekennzeichnet sein, dann könnte man sie ja ganz einfach aussortieren. Was mich erheblich stört ist wenn versucht wird diesen Kommerz „unauffällig“ einzubringen! Das ist schon fast eine Beleidigung der Cacher zu glauben die wären zu dumm dies zu erkennen!

Was meint ihr, sollte man damit relaxter umgehen oder weiterhin jeden Versuch gleich torpedieren? Oder ist die Kommerz-Vermutung hier eher eine Chemtrail-Variante?

Wie auch immer, ich werde unseren Frühlingsurlaub auf Malle genießen und wir werden solche Caches mit Sicherheit auf Ignore werfen. Es gibt ja ausreichend kostenlose Caches. Zumal wir eh hauptsächlich hinfliegen weil die unsichtbare Heike mal die Mandelblüte sehen möchte und Cachen eher Nebensache sein wird.

6 Gedanken zu „Kommerz oder nicht Kommerz auf Malle?

  1. Ich hatte aufgrund Deines Artikels diesen Facebook Post genauer gelesen. Sehr interessante Aussagen in den Kommentaren, wo über den kommerziellen Charakter dieses Geocaches diskutiert wird.

    Mit dem roten Text in der Cache-Beschreibung (inzwischen geändert) hätte der Cache niemals freigeschaltet werden dürfen, weil er eindeutig kommerziell ist. Hier hat der Reviewer wohl geschlafen. Kommt halt mal vor. Um es kurz zu machen: eine Aussage in einem Cache, dass man einen Guide benötigt, damit man sich nicht „strafbar“ macht, zielt darauf ab, dass hier Geld fließen muss. Außerdem wurde mit Löschen eines Logs gedroht, sollte man ohne Guide „einfahren“. Es wurde also unterschwellig Druck ausgeübt mit Formulierungen wie „strafbar machen“ und „Logs löschen“, damit man sich bloß einen Guide nimmt.

    Ich war noch nicht in Höhlen auf Mallorca unterwegs und wüsste spontan nicht, wo ich einen Guide herbekommen würde. Und da liegt es ja auf der Hand, dass man sich an den Cachebesitzer wendet, um nach einem Guide zu fragen. Und darauf zielten diese Sätze ab.

    Wenn man dann die Kommentare liest, liegt es schnell nahe, wer der Inhaber des Profils „Cache Zone Mallorca“ ist.

    Der Owner schreibt in seinen FB Kommentaren, dass er damit kein Geld verdient, dass er „generell keine Guides vermittelt“ und „nur im Ausnahmefall weiterhelfen kann“… Dann in in einem weiteren Kommentar schreibt er: „Wir sind keine Guides und wir beschäftigen keine Guides“. Hier wird jetzt also in der „Wir-Form“ weitergeredet.

    Jetzt wollte ich es genauer wissen, um wen es sich bei „Wir“ eigentlich handelt und ob die Aussagen auf Facebook so stimmen. Ich hatte schon öfter gehört, dass auf Mallorca einer ziemlich aktiv Geocaching Touren gegen Bezahlung vermittelt.

    Innerhalb von kurzer Zeit, habe ich einige Internetauftritte gefunden, wo der Cacheowner involviert ist und Geocaching (bzw. GPS-Schatzsuchen) zusammen mit Quad-, Bunker- oder Tauchtouren kommerziell anbietet.

    adventure-mallorca
    quad-mallorca
    bunkertour
    baleardivers
    atv-quad-magazin
    Hier wird schnell klar, dass sehr wohl mit der Zielgruppe „Geocacher“ Geld verdient wird und die Aussagen des Owners nicht stimmen.

    Zu Deiner Frage „Kommerz-Vermutung oder eher eine Chemtrail-Variante“? Meiner Meinung nach versucht hier einer mit Schutzbehauptungen und -formulierungen die Mitglieder eine Gruppe bzw. Hobby Gemeinschaft für dumm zu verkaufen.

    Wenn jemand so mit der Cachergemeinde umgeht, kann man das auch nicht relaxed sehen. So etwas hat mit dem Grundgedanken von Geocaching nichts zu tun. Und auf diese Art einen kommerziellen Cache „tarnen“ zu wollen, ist tatsächlich eine Beleidigung für die Gemeinschaft.

  2. Eckbert W. hat die Cachebeschreibung ja schon entschärft. ;-)
    Die Quad-ratur des Kreises scheint ihm aber noch nicht so ganz zu gelingen.
    Man kann solche Personen und deren Umfeld aber recht einfach ignorieren. Selbst auf Malle.

    Hans

  3. Bei uns in Österreich gibt es mit der Seegrotte in der Hinterbrühl auch einen Earthcache. Wenn man die Fragen beantworten will, hat man die Möglichkeit eine Führung zu machen, oder einen Bediensteten zu fragen. Aber hier stellte sich die Frage gar nicht, und ich löhnte den Eintritt mit Führung gerne, denn es war ein Erlebnis. Ich finde es ok wenn für solche Caches ein Obulus geleistet werden muss. Für einen Tradi nur zum Loggen ist es ein nogo.

    Ein Attribut zur Info wäre da sinnvoll, obwohl es sowieso keiner das sieht, und dann auf Fb ein Aufschrei ist :-) . Aber das wird GS sicherlich in Jahr 2035 halbherzig angehen, wie alles.
    Wir Cacher sind ja offensichtlich das blödeste Volk. Haben eine nicht stabile Plattform, lauter “ tolle Verbesserungen“, löhnen Jahresbeitrag und sind trotzdem zufrieden so wie es ist. ;-).

    LG aus A

    PS. Bleibt so wie ihr seid.

  4. Also die Kommerz Cache würde ich auch Kennzeichnen oder wenn in den Regeln steht kein Kommerz, dann Cache ins Archiv so einfach ist das!
    Bei mir als Owner hatte ich ungewollt fast ähnlich, hier hatte der Reviwer klar gesagt Änderung des Listing oder es kann nicht gepublischt werden!
    Siehe mein erster Cache an einer Gemeine Die Sinnflut des Herren, der konnte nicht veröffentlicht werden, wegen Kommerz und Glauben so Zitiert aus Bibelstellen, was zwar schade war, wegen des Rätsels.
    Es gibt glaube ich klare Regeln in der Guideless wann Kommerz ist und was auf Grauzone ist, dazu kann ja dir ein Revier mehr sagen!
    Also entweder, wenn Kommerz dann kennzeichnen oder gar nicht erst Publischen.
    Und da noch mit zu Drohen Logs zu löschen so wie das ist ist no go bei Found, er hätte auch gesagt bei Fehler melde ich mich oder so.
    Ist schon ne Frechheit auch damit zu drohen in der Community überhaupt.
    Das geht weiter auch das Fänomän mit Log Found und versehentlich Spoilern gleich Loglöschung, das ist no go!
    Also so wie es da steht finde ich so Empfindet du Spoilerst Loglöschung, so änlich geht es mir diesem Owner auf Malle.
    Ich würde den Owner der den Malle Cache hat Melden bei Groudspeak und den Rewviern auch sagen den Hintergrund.
    Seine Cache ist das Listing komplett zu überarbeiten und von Kommerz ab zu sehen.
    Schlie0lich betreiben wir Geocacher das Privat….Geoicaching, da will ich Kommerz dann, wenn möglich nicht haben.
    Sie meine Drahtstifte habe ich den so Konzeptioniert, dass man den machen kann ohne das ganze Kommerz drum herrum ohne Zwang.
    Es ist entscheidend Zwang oder nicht die Frage, wenn das erste ist ist es nach den Regeln ahndend!
    Glaube spreche aus allen heraus!
    Und ja sonnst Ignoriere den und wenn du den Cache machst, dann Melde den so einfach ist es, wenn er deine Log löscht. Sei hart aber sage ihm, dass sein Verhalten unkorrekt ist und das Listing ändern und gut ist!

  5. Natürlich sind das die üblichen Verschwörungstheorien auf Mallorca.
    Aber das listing lässt mich natürlich ein wenig zweifeln.
    Nein, mal im Ernst. Mich stört weniger der Cache oder die damit zusammenhängenden Geschäftsbeziehungen, Freundschaften oder gemeinsame Wanderausflüge auf denen man Caches in Höhlen oder außerhalb von Höhlen oder in Schluchten bekommen hat. Ich finde es sogar gut, dass es mir möglich wäre, dadurch die Orte kennenzulernen oder tolle outdoor Erlebnisse zu bekommen. Auch eine evtl. damit notwendige, vermutlich kostenpflichtige Befahrung oder das Buchen von Guides, Touren oder ähnliches ist kein Problem für mich.
    Auch ich ärgere mich vorrangig darüber, dass man mich mit dem listing und den Argumenten in der FB-Gruppe für dumm verkaufen möchte. Eine gewisse „lokale Symbiose“ ist noch nicht von der Hand zu weisen aber aus meiner Sicht überhaupt nicht anstößig.
    Auch drängt sich mir der Eindruck einer gewissen Scheinheiligkeit von einigen Diskutanten auf. Immer mal wieder werden auf Mallorca „echte“ kommerzielle Caches angegangen und auf das schärfste verurteilt und die Kommerzialisierung des Hobbys verteufelt. Aber bei diesem Cache wäre doch alles in Ordnung und es wird eine Verteidigungslinie aufgebaut… DAS ärgert mich.
    Ich schlafe nicht auf dem Baum. Ich empfinde das listing einfach suboptimal und daher bekommt die Sache leider für mein Empfinden ein Geschmäckle.
    Und auf eine Log-Löschung im listing hinzuweisen geht schon mal gar nicht.
    Eine der ältesten und einfachsten Regeln:
    Logging of All Physical Geocaches: Physical caches can be logged online as „Found“ once the physical log has been signed.
    Meine Ideen wäre entweder eine Listingoptimierung oder eine von GS lizensierte Geotour, die natürlich mit Kosten für den owner verbunden wäre…in jedem Fall wären wir alle in der Community gut beraten uns davon zu verabschieden „Wasser zu predigen und Wein zu trinken“.

    Ich wünsche Euch eine tollen Urlaub auf der Insel.

    • Perfekt, Besser kann man die Situation und den Cache nicht beschreiben.

      Dieser Cache sollte archiviert werden weil:

      Der CO hier als zusätzliche Logbedingunge fordert, den Ort nur mit einem Guide aufzusuchen.

      Der CO behauptet es wäre auf Mallorca verboten Orte dieser Art ohne zugelassenen Guide zu besuchen.

      Der CO droht jegliche Logeinträge von Cachern die zuwiderhandeln zu löschen.

      Der CO im Listing sich ausdrücklich anbietet Guides zum Besuch des Ortes zu vermitteln, dies erweckt den Anschein das es sich hier um einen kommerziellen Cache handelt. 

      Der angeblich nötige Guide ist kostenpflichtig, wonach das Aufsuchen des Caches nicht, wie von GS gefordert, kostenlos ist, kommerzielle Geocaches sind nicht erlaubt.

      Geocaches dürfen keine Werbung für jegliche Zwecke beinhalten. Die Vermittlung von Guides interpretiere ich als Werbung.

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