Events, wo geht es hin?

Als ich 2004 begann gab es so gut wie keine Events und es dauerte lange bis ich dass erste Event besuchte. Da ging es darum sich in lockerer Gruppe gleichgesinnter Menschen zu treffen und sich zu unterhalten. D.h. man kam irgendwo dazu, oft Outdoor, und unterhielt sich ein paar Stunden über das gemeinsame Hobby. Ich kann mich noch gut daran erinnern das ich es sehr beeindruckend empfand das man sofort aufgenommen und integriert wurde, völlig unabhängig von Status, Ansehen oder Fund-Zahl.

In Bremen besuchte ich dann mein erstes Mega-Event. Hier gab es dann schon ein paar Stände und Nachmittags die Dosenfischer mit ihrem ersten Konzert, aber im Grundsatz handelte es sich um eine große Halle in der man sich den ganzen Tag mit anderen Cachern unterhielt. Das merkte man schon daran das über Tag mehr Cacher da waren als während dem Konzert, was später auch anders war. Das Rahmenprogramm war nett, aber vermutlich wäre man sogar völlig ohne ausgekommen. Und auch hier war der gleiche herzliche Grundtenor vorhanden.

Dann kamen in den weiteren Jahren immer mehr Megas dazu. In Schwerte bemerkte ich für mich zum ersten mal eine fehlende Herzlichkeit. Da hatten wir von Beginn an das Gefühl hier sollte einem was verkauft werden und gut ist. Danach kamen schöne und weniger schöne Events, große und kleine, der richtige Flair den wir so mochten kam nie mehr vollständig auf, vielleicht am ehesten noch beim TipiTapiTuppi. Auch bei kleineren Events wie z.B. der frühen Nordseetaufe ging für uns der Flair verloren, war die am Anfang noch sehr, sehr schön kam für uns ein gewisser Bruch als das erste Mal mit zwei Schiffen gefahren wurde und es plötzlich „wichtig“ war auf welchen Schiff man mitfuhr.

Mittlerweile bemerkt man auf Events immer mehr Grüppchenbildung und wenn man sich dazu stellt wird man nicht selten angeschaut als wäre es eine Frechheit sich hier einbringen zu wollen. Der Größe der Events kann das eigentlich nicht geschuldet sein, so war das Mega in Bremen ja auch nicht klein und dort gab es das noch nicht.

Für mich kam dann ein, leider negativer, Meilenstein und dass war das erste Giga in München. Die Orga hatte daran keine Schuld, aber das Event hatte für mich das erste mal absoluten Messe-Charakter ohne jeden Flair. Im riesigen Stadion, tausende von Menschen… Was hatte das überhaupt noch mit Cachen zu tun? Neue Cacher kennen lernen oder sogar bekannte Cacher treffen, beides fast gar nicht möglich, viel zu viel los und viel zu weitläufig.

Jetzt liefen oder kommen bereits Giga Nr. 2 und 3. Die meisten die vor Ort waren berichten eher positiv, nur was genau sind diese Events eigentlich? Die Zeiten als es reichte einen Ort bekannt zu geben und zur Not organisierten sich die Cacher selber den Tag sind vorbei, heute wird Programm verlangt! Und Workshops und haste nicht gesehen. Wichtig natürlich die Möglichkeit irgendwelche Statistikorgien begehen zu können wie Matrix, x Icons und ähnliches. Und genau das ist mein Problem, es geht bei heutigen großen Events zu wie im Zirkus, d.h. Caches mundgerecht serviert damit man die Statistik pimpen kann, Shops ohne Ende und viel Rahmenprogramm das zum Teil auch nur noch bedingt mit cachen zu tun hat.

Und bevor jetzt wieder gepöbelt wird, ich ziehe das gar nicht ins Negative! Ich frage mich nur mal öffentlich wohin Events eigentlich gehen (sollen). Denn mit sich Treffen und unterhalten hat das doch wirklich nichts mehr zu tun! Zumal ich auf großen Events manchmal das Gefühl habe das da eine ganze Menge Menschen sind die eigentlich gar nicht cachen sondern nur die Masse mögen?!

Ich bin also gespannt wohin das gehen wird. Auf jeden Fall wird es eher ohne mich dorthin gehen denn das macht mir keinen Spaß mehr auf diese riesigen Events zu gehen, vielleicht sind 75 Events in 10 Jahren auch einfach genug. So werde ich nur noch Events besuchen die ein wirklich für mich spannendes Rahmenprogramm haben oder die so wirken als wären sie eher den „alten Idealen“ verschrieben wie Bremerhaven. Von dort hörte ich bisher kein „schneller, höher, weiter“ und das finde ich gut so!

8 Gedanken zu „Events, wo geht es hin?

  1. Moin!

    Wenn ich deinen Text so lese, sehe ich das ähnlich. Je mehr MEGA Events ich besuche, umso verlorener fühle ich mich. Man trifft zwar trotzdem irgendwie doch noch zufällig die Leute, die man aus der localen „Szene“ kennt, aber alle sind in Eile, wollen 81 Mysteries finden oder auch 11, 12, 13 Icons an einem Tag… ich nutze die Zeit zwar auch, um drumrum zu cachen, aber ein wenig Ruhe muss doch auch sein. Schließlich ruft ein MEGA alle Cacher zusammen und das will zelebriert werden.

    Viele Grüße,
    Lisa

    P.S.: Wir planen beim MEGA am MEER auch kein „Größer, höher, weiter“ mehr, definitiv nicht. Unser Ziel ist genau das Gegenteil: Der Fokus auf den eigentlichen Sinn: Cachen und Cacher treffen :-)

  2. auch ich war noch nie auf einem Mega, oder Giga und sehe auch keine Veranlassung dies zu ändern.
    Wenn ich zur Messe will gehe ich zu einer.
    Geocaching hat aber für mich nichts mit einer Masse von Menschen zu tun.
    Wir sind zwar erst seit 2011 dabei, aber die „alten“ Werte finde ich super.
    Mach weiter so, Jörg, ich mag die Art, wie du „aneckst“.

  3. Ich bin noch nie zu solchen Veranstaltungen gegangen – wozu auch.
    Es reicht mir beim Cachen (alleine oder mit der Familie) auch Gleichgesinnte und Muggels zu treffen, um sich kurz unterhalten.

    Gruß Kalle

  4. Ich war ja noch nie auf einem Mega, geschweige denn auf einem Giga, aber wenn ich Deinen Artikel (und diverse andere Erfahrungsberichte über Megas) so lese, dann bestärkt das eher meine Unlust, solche Events zu besuchen.

    Viele Grüße
    Gerald

  5. Schneller, höher, weiter…

    Ich weiß nicht, was Dich darauf bringt, dass das nicht vor 10 Jahren auch schon so gewesen wäre. Ich hab in 2005 angefangen und irgendwann kurz drauf war ich da auch das erste mal auf einem Event. Auch damals gab es schon diejenigen, die ihre 1.000 Funde vor sich hertrugen, ihre wilden Geocaching-Geschichten preisgaben („der Fisch war sooooooo groß“) und erwarteten, dass man ihnen huldigt und letztlich damit auch dazu beitrugen, dass andere sich animiert fühlten auch schnellstmöglich auf 1.000 Funde zu kommen, weil man ja damit ein toller Hecht ist. Als dann Hinz- und Kunz auch diese Fundzahlen erreichten, haben sich nicht wenige dieser Altehrwürdigen? verabschiedet. Auch die Grüpppchenbildung gab es schon 2005. Da waren nämlich diejenigen, die die 1.000 schon voll hatten und alle anderen. Mich hat das schon damals veranlasst nicht mehr jedes Event zu besuchen, insbesondere nicht die in der unmittelbaren Homezone. Viele dieser „Altehrwürdigen“ waren ziemlich arrogante Säcke.

    Bei der Nordseetaufe teile ich Deine Meinung nur eingeschränkt. Vielleicht war ich bei der Tour mit den beiden Schiffen zufällig auf dem „richtigen“ Schiff. Ich konnte aus zeitlichen Gründen nicht alle Fahrten mitmachen, habe aber insbesondere bei den Fahrten, die ich mitmachen konnte, nie das Gefühl gehabt, dass man dort zur übermäßigen Grüppchenbildung neigt. Ja, Grüppchen gibt es eigentlich automatisch irgendwie, weil ja die Leute teilweise gemeinsam anreisen. Dann gibt es auch die, die auf jedem Event erscheinen und dann kennt man sich natürlich inzwischen. Man unterhält sich dann eher mit diesen als mit Leuten, die man nicht kennt. Der TJ saß im letzten Sommer auf einem Event hinter mir. Weil die Sitzordnung der Gaststätte das so vor sah, saß ich mit 5 mir unbekannten Cachern am Tisch, konnte mich aber weder vor-, während, noch nach dem Essen an die anderen Tische setzen, weil alles belegt war. TJ hat dann im Log bemängelt, es hätte Grüppchenbildung gegeben – an seinem Tisch saß nur seine Familie? Genausowenig hat er versucht einen Besuch an unserem Tisch zu machen. Manchmal machen es auch solche „äußeren Zwänge“ schwierig die Grüppchenbildung zu umgehen. Dafür hab ich jetzt mit 2 der 5 weiterhin Kontakt und würde ggf. mit diesen bei der nächsten Gelegenheit ein Grüppchen bilden.

    Aber zur zurück zur Frage, wohin entwickeln sich Events? Ich denke, dass es ein natürlicher Prozess ist, dass mit der steigenden Zahl der Cacher auch die Events (und der Kommerz) größer werden. Mitmachen werde ich das aber auch nicht. (-> siehe hmichel777.de zu Giga in Mainz)

  6. Das sehe ich ähnlich. Bremen war super dann die ersten in Ulm und bei der Nordseetaufe hat sich eigentlich nicht viel geändert. Rauf auf das Schiff und einen schönen Tag verbringen. Das kennt man nun schon und nutzt sich für einen selber ab. Daher kommt das „höher schöner weiter“, wenn man den Stammkunden was neues bieten will, dass sie kommen. Neue Interessen werden mit dem „höher schöner weiter“ geweckt, die große Anzahl der Teilnehmer macht mir ein solches Event uninteressant, aber den Budenstellern ist das genau das Richtige. Viele Personen in kurzer Zeit. Eigentlich das totale Gegenteil von Geocaching „Alleine oder in kleiner Gruppe eine Dose ziehen.“

    Wie vereint sich diese Aussage mit dem Event „Der Pfälzische Königsweg“? Da kommen auch 100 Geocacher und Wanderer zusammen. Doch auf dem Weg von 50km bilden sich kleine Gruppen von 5-10 Wanderer, die lange Zeit haben sich zu unterhalten und bei den Versorgungspunkten und Hütten gibt es die Möglichkeit die Gruppe zu tauschen. Es könnten noch mehr auf die Strecke gehen. Bei der Eventlocaticon da haben die meisten nur noch die Kraft ihr Essen zusich zu nehmen und machen sich nach einer Stunde auf den Heimweg. Nur die Nichtwanderer haben da längeres Sitzfleisch.

  7. Publiziere doch mal ein oconly-Event, dann hast Du es wieder schön kuschelig !
    Ich wäre dann auch gerne dabei, aber nur, wenn der Eventort in Berlin ist :-)
    Schönen Gruß von der Spree zur Elbe, Mic@

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Protected with IP Blacklist CloudIP Blacklist Cloud