die soziale Seite des Cachens

Eigentlich ist mir gar nicht ganz klar wann diese soziale Seite so richtig zum Durchbruch gekommen ist und warum?! Als ich 2005 in den Wald gestratzt bin gab es auch schon Cacher die sich untereinander kannten und auch gemeinsam zum Cachen gegangen sind, keine Frage. Allerdings gab es wohl noch mehr Cacher die einfach so cachen gegangen sind und man hatte auch gar nicht das Gefühl dass es ein Streben nach Gesellschaft gab ohne das jetzt negativ zu meinen.

Ich habe meine freie Zeit gerne draußen beim Cachen verbracht und eigentlich nie den Kontakt zu anderen Cachern vermisst. Es hat Monate gedauert bis ich mal einen anderen Cacher getroffen und/oder kennen gelernt habe. Bis zum ersten Event hat es gar Jahre gedauert. Schon vorweg gesagt, kein Problem mit Geselligkeit, aber schon wenn man damit zwangsbeglückt wird!

Es gab dann immer mehr Events und man lernte mehr Cacher kennen. Auch traf man immer öfter mal andere Cacher im Wald, aber es blieben dennoch eher die Ausnahmen, Cachen stand weiter im Vordergrund und Events und Treffen waren eher Randerscheinungen.

Irgendwann kippte die Geschichte dann aber und die Events wurden fast schon zu einer Flut, Megas folgten, bei Giga sind wir angelangt. Bei manchen Cachern von denen ich höre, lese oder mit denen ich spreche habe ich manchmal das Gefühl das sie am Cachen eigentlich gar kein Interesse haben. D.h. die gehen eigentlich gar nicht cachen sondern sind nur auf jedem Event vertreten. Für meinen Geschmack würden Events in ihrer Qualität wieder steigen wenn man sie zwar listen könnte es aber keinen Punkt geben würde denn zack, hätte man nur noch Besucher die sich für das Event interessieren und nicht nur einen Punkt abgreifen wollen. Aber das nur so ein Gedanke am Rande.

Mittlerweile gibt es nun auch immer mehr „Gesellschafts“-Caches. D.h. Cacher legen sich einen Cache auf den eigenen Hof um dann im besten Fall die Besucher zu beobachten, meist trifft man an solchen Caches dann aber auch „rein zufällig“ den Owner vor Ort an. Und dann darf man sich seine Lebensgeschichte anhören oder man gilt als unhöflich weil man nicht interessiert gelauscht hat. Wäre das nicht schon diskussionswürdig, passiert mir selbiges mittlerweile sogar immer öfter am Cache. Ich halte es heute wie früher, wenn ich zum Cache komme und dort ist schon jemand warte ich halt meistens ab bis derjenige fertig ist und gehe dann hin. Einerseits möchte ich denjenigen nicht nerven, andererseits möchte ich manchmal einfach kein Gespräch führen. Helfen tut das mittlerweile auch kaum noch. Denn oft genug kommt jemand dazu und schon folgt die nächste Lebensgeschichte 8-/

Mal ganz klar, es geht hier nicht darum das ich ein Griesgram bin oder mich nicht auch mal nett unterhalten würde! Es geht um die Art und Weise wie das vor sich geht. Es wird ja nicht vorsichtig vorgefühlt ob der andere überhaupt in Lust und Laune für ein Gespräch ist, es wird einfach los erzählt und meist endlos. Auf einem Event wäre das ja ok, am Cache wünschte ich mir etwas mehr Zurückhaltung.

Erstaunt höre und lese ich sogar immer öfter „allein gehe ich nicht los“. Ist ja völlig ok, für mich halt nur kaum zu verstehen da ich z.B. das cachen unter anderem begonnen habe weil ich Weg und Suche fast schon als meditativ genieße. Bei Gruppen von > 6 Leuten frage ich mich dann aber schon ab und an ob Cachen wirklich das passende Hobby für diejenigen ist.

Mag man mich verschroben nennen (ach ne, tut man ja eh schon 8-)) aber ich gehe tatsächlich immer noch am liebsten alleine cachen und das vorzugsweise im tiefsten Wald wo möglichst nicht mal Rentner oder Hundemuggel laufen. Nichts gegen die soziale Seite aber versucht sie doch bitte nicht jedem aufzuzwingen oder jeden zu verurteilen der nicht so intensiv daran teilnimmt weil ihm sein aktueller Bekanntenkreis vielleicht vollkommen reicht.

10 Gedanken zu „die soziale Seite des Cachens

  1. Apropos Owner: Wenn der Cacheowner kommt, wenn ich mit Loggen fertig bin, dann ist das ok. Aber nichts hasse ich mehr, als wenn der Owner mir beim Suchen zuguckt. Das kann ich auf den Tod nicht ab.

    Viele Grüße
    Gerald

  2. Der Schwabe sagt „Ich halte es wie seller auf’m Dach“ ;)
    Mal habe ich Lust mit 4 oder 5 Leutchen auf Tour zu gehen. Meist genieße ich aber die Ruhe im Wald und nur begleitet vom kleinen 4beiner. Bei Multis oder längeren Touren ist meist ein bestimmter Cacher (Freund aus Jugendzeiten den ich übers Cachen wieder „gefunden“ habe) dabei. Ansonsten habe ich unterwegs auch keine Sprechstunde; außer einem HALLO halte ich mich bedeckt. Kommt der Owner „zufällig“ vorbei, könnte ich k**** Das hasse ich!

    Events finde ich toll, solange sie klein bleiben. Dort möchte ich mich unterhalten und „Kriegsgeschichten“ austauschen. Komischerweise dominieren aber meist andere Themen :) Und ja – ich würde zu den Events zu denen ich gehe auch ohne Punkt gehen.

  3. Ich kann D-Buddi hier nur voll und ganz recht geben.

    Ich bin fast immer alleine unterwegs und meide jedes Event, der Grund hierfür ist ganz einfach:

    „Ich will meine Ruhe haben und bei dem Hobby abschalten können.“

    Ich rede den ganzen Tag mit Menschen und da tut ab und zu, so ein bisschen Ruhe im Wald beim Dosensuchen echt gut.

    So dieses gezwungene „Du bis Geocacher, ich bin Geocacher, also müssen wir uns auch lieb haben und unterhalten!“, finde ich voll daneben. Ich spreche doch auch nicht jeden an, der beim Aldi einkaufen geht, nur weil wir beide da zufällig einkaufen.

    Aber eigentlich darf ich aktuell garnicht meckern, die Geocaching Szene/Cumminity beobachte ich derzeit nur mit einem Schmunzeln aus der Ferne und bin froh im Ausland zu wohnen.

    Geocaching-Technisch ist die Welt hier noch in Ordnung. Hier gibt es Dosen, die man suchen kann. Dosen ohne viel Fierlefanz, einfach Dosen, viele in der Natur, mit vielleicht 1 Log pro Monat.

    Insgesamt gibt es 6.900 Dosen in ganz Ungarn, dagegen 345.000 in Deutschland und auch die Anzahl der aktiven einheimischen Cacher ist recht gering.

    Die Anzahl der versteckten Dosen reicht um seinem Hobby nachzugehen und die Anzahl der Cacher stellt sicher, dass man seine Ruhe hat.

    Ich selber habe vor kurzem erst 4 Dosen gelegt, der erste FTF dauerte 4 Tage und bis jetzt haben die vier Dosen insgeamt 6 Logs.

    Also wenn Ihr mal in Ruhe Dosen suchen wollt… hier ist das richtige Land dafür.

    Viele Grüße

    Rene / Reluca

  4. Ich geh eigentlich auch lieber alleine Cachen, aber aus einem ganz anderen Grund. Ich möchte gerne die Sachen selber finden. Das ist mir beim Cachen sehr wichtig und macht einen Großteil meines Spaßes beim Cachen aus. Außerdem bin ich sehr langsam, da ich mir zu jedem Cache und jeder Station Notizen mache. Das nervt viele Mitcacher. Ansonsten habe ich nichts gegen das Treffen von Cachern an einem Cache (vorausgesetzt Tradi). Das empfinde ich eher als angenehm und bin ellenlangen „Schwätzchens“ in solchen Situationen nicht abgeneigt. Das finde ich sogar meist angenehmer als ein Event, wo die Teilnehmerzahl nicht mehr überschaubar ist. Daher gehe ich, wenn überhaupt, nur auf kleinere Events. Mega und Giga sind mir ein Graus.

    Ob nun aber die soziale Komponente beim Cachen gegenüber der eigentlichen Dosensuche überproportional zugenommen hat, glaub ich eigentlich nicht. Es gab halt früher einfach nicht die Dichte an Cacher, Caches und Events. Ich glaube aber, dass wir mit unserer etwas eigenbrödlerischen Sichtweise eher die Minderheit darstellen.

    Viele Grüße
    Gerald

    • Denke ich auch, aber früher waren wir sozusagen die Mehrheit 8-) Eigenbrötler haben scheinbar nicht so zugenommen wie der Rest der Cacherschaft .

      • Bin mit Jörg auch einmal eine kurze Strecke mit dem Fahrrad auf Dosensuche gewesen.
        Er war dann wohl auch froh, dass ich irgendwann rechts abgebogen bin, obwohl ich nicht viel gesagt hatte. :D ;)
        Wenn ich Gerald treffe, wird meistens noch ein wenig geklönt.
        Jeder so, wie er mag.

        Gruß Kalle

        • nene, wenn ich das nicht will sage ich das schon, kann ich mich noch dran erinnern 8-) Außerhalb des Podcast bin ich einfach öfter mal wortkark ;-)

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