Cacheentwicklung Groundspeak reloaded

Die berühmt Excel-Tabelle mit der Anzahl Caches die jedes Jahr gepublisht wurden machte ja schon mal die Runde und wir haben sie ja auch schon in DSM092 besprochen. Und schon da sprachen wir darüber dass uns noch ein paar andere Zahlen interessieren würden. So habe ich jetzt mal meine alten SQL-Kenntnisse heraus gekramt und auch noch mal geschaut. Kann natürlich auch alles falsch sein ;-) Glaube ich aber nicht 8-)

Als Ergänzung habe ich mal Bestands- und damit auch die relativen Wachstumszahlen dazu gepackt. Es ist natürlich etwas ungenau da Groundspeak ja scheinbar in wenigen Fällen mal an den Publish-Daten schraubt und da es kein Archivierungsdatum gibt. D.h. ich nutze den LastVisit als Anzeichen dafür dass der Cache archiviert wurde. Wie gesagt, führt natürlich zu kleinen Ungenauigkeiten, anders geht es aber nicht. Und wenn der Last Visit 2013 ist kann man wohl auch bei 99% der Caches davon ausgehen dass er in 2013 archiviert wurde.

Was soll ich sagen, die Zahlen waren für mich durchaus etwas unerwartet. Zwar war der Rückgang an neuen Caches ja schon bei der letzten Tabelle zu sehen, aber hier wird noch mal offensichtlich dass sogar der Bestand kurz davor ist zu sinken und damit hatte ich so gar nicht gerechnet… Aber schaut euch die Zahlen an, lasst sie auf euch wirken und zieht eigene Schlüsse.

Es ist übrigens eine ODS Datei die mit Libre-Office Calc erzeugt wurde, sollte unter Excel aber genauso gut funktionieren -> Download

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16 Gedanken zu „Cacheentwicklung Groundspeak reloaded

  1. Hi D-Buddi,

    ich habe mir mal die Zahlen der Accounts bei GS angesehen. Auch 2016 gab es wieder einen Zuwachs von ca. 30% wie im Schnitt auch die letzten 6 Jahre. Zum Jahresende hatte GS 19,2 Mio. Accounts.

    Wahrscheinlich wurden wieder viele Account nicht aktiviert und sind somit von Beginn an Karteileichen. Auch eine sehr große Anzahl der Accounts dürfte wohl nicht wirklich aktiv genutzt worden sein und nach ein paar Funden in den Winterschlaf gewechselt haben. Doch der ein oder andere neue Account ist wahrscheinlich auch 2016 recht rege genutzt worden und inzwischen zahlendes Mitglied.

    Eine interessante Analyse zu den Accounts gibt es hier http://www.geocaching-ms.de/

    Wahrscheinlich wird die Anzahl der Premium Accounts auch 2016 irgendwie zwischen 350000 und unter 400000 gelegen haben. Eine großartige Steigerung ist aus meiner Sicht unrealistisch. Da zwar viele Cacher in der Anfangseuphorie Premiummember werden, aber dann auch wieder nach einigen Jahren abspringen.

    Und welche Schlüsse kann man darausziehen??? Masse ist nicht alles.

    CachingFoX

    • Die Karteileichen sind sicher da, schon alleine mit der „tollen“ Aktion im Oktober oder November von GS (FTF; Find a Friend). Was glaubst du, wie viele Fake Accounts es da gegeben hat. Schon alleine wegen dem „voll wichtigen“ Souvenir ;-). Ist schon auf Fb ein Aufschrei da, weil kein Neujahrssouvenir da ist !!!

      Habe mir mal die Arbeit gemacht, und die Zahlen in Österreich angesehen.
      Mit ähnlichem Resultat. Der Einbruch beginnt erst 2014/15.
      Interessant ist das die Mystie bereits 2010 die Multi überholt haben, der Mystie ist jetzt der 2. Meist gelegte Cache in A, während der Multi stagniert (zw. 500-650 / Jahr).
      Besorgniserregend sehe ich die Zahlen auch nicht, denn es kommt eine natürliche Auslese. Das was kommen wird, ist der Geomüll. Jede Menge nicht gewarteter Dosen, teilweise Archiviert und das Plastik liegt trotzdem herum.

  2. Sehe die Zahlen jetzt auch nicht Besorgnisseregend, sondern sogar eher positiv!

    Die allermeisten sehenswerten (und nicht sehenswerten) Orte sind bedost. Ich bin schon länger der Meinung, dass es überall ausreichend was zu suchen gibt.

    In meiner Homezone liegt zwar fast nichts mehr und es kommt auch fast nichts dazu, das ist aber auch nicht weiter schlimm.

    Klar loggt die Masse lieber Power Trails. Auch auf Events wird oft von: „Da hab ich wieder den Trail gemacht, da den, da bin ich dahin gefahren…“.
    Ich mach lieber einen vernünftigen Multi!

    Aber auch die Entwicklung ist gar nicht mal schlecht. Die reinen Punktejäger werden auf die Power Trails losgelassen, so dass gute Multi’s von den Genusscachern gemacht werden können. Möglichst lange um die Punktejäger abzuhalten. ;-)

    Denke es reguliert sich alles selber! Und wenn die Zahlen rückläufig werden, kann es nur besser werden!

    Wo nimmst du eigentlich diese genauen Zahlen für Caches her?

      • Ok, dann akzeptiere ich das genau so. ;-)

        Da ich ja auch ein kleiner Statistik-Fan bin wären so ein paar zusätzliche Informationen zur interpretation noch interessant. Vielleicht hast du ja die Möglichkeit da noch etwas „nachzulegen“ :-D

        Interessant wäre dazu noch:
        – Anzahl der Archivierten Caches pro Jahr.
        Vielleicht sind im Jahr 2016 übermäßig viele Dosen archiviert worden, so dass das Wachstum daher wenig wurde.
        – Verhältniss der Zahlen unterteilt in ein paar Kategorien wie Tradi / Multi …
        – Anzahl der LOGs pro Jahr (wird auch weniger gesucht und gefunden?)

        Da würde mir sicher noch viel mehr einfallen um das Ergebnis etwas zu verfeinern und festzustellen ob der Zenit wirklich erreicht oder überschritten wurde. ;-)
        Gruß
        Andreas

    • „Die allermeisten sehenswerten (und nicht sehenswerten) Orte sind bedost.“

      Diese Aussage wird auch durch ständige Wiederholung nicht richtiger!

      Ich kenne noch einige sehenswerten Orte in unserer Gegend, werde sie aber nicht bedosen, da sie so abgelegen sind, dass dann keiner hingeht…

      Und DAS ist auch das Problem, was Geocaching heute hat!

      • Es war vielleicht etwas „leichtfertig“ daher gesagt.
        Sicher gibt es noch Orte die es wert wären bedost zu werden.

        Dabei stellt sich eher die Frage: „Was ist das Kriterium von „ist es wert!“?“

        Aber die Mehrzahl der Dosen zeigt Orte die es eben nicht Wert sind besucht zu werden… Daher fallen „sehenswerte“ Dosen nicht mehr auf und werden somit auch nicht mehr gemacht. :-(

      • DAS ist ein Problem der Cacher, nicht der Owner. Viele meiner Caches liegen, soweit das im Hamburger Umland möglich ist, etwas abseitiger. Ich kriege auch in der Tat ziemlich wenige Logs für diese Caches, aber ich kriege sie.
        Allerdings sind es 2016 echt viel weniger als 2015 gewesen.

  3. Wenn es weniger Caches gibt, werden wieder Plätze für neue Caches frei.
    Dann muß ich nur noch meine Freundin zur „Dosenwerferin“ ausbilden und habe dann ganz viele muggelfreie Caches um Aachen herum.

  4. Dieser Statistik bestätigt wieder einmal die These, dass der große Hype vorbei ist. Leider zieht die (Rest-)Community daraus die falschen Schlüsse. Bei sinkenden Publishzahlen(was ja nicht unbedingt schlecht sein muss) steigt der Anteil der Tradis und Events immer weiter an, während die Zahlen bei den Multis ins Bodenlose abstürzen.
    Gleichzeitig setzt sich der Trend zum Mikro ungebrochen fort, irgendwo in Hamburg gibt es sogar eine Mikro-LBH, da würde mich der zugehörige Stempel echt mal interessieren.
    Und wie einer meiner Vorredner schon schrieb, hat sich eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, Multis werden kaum angegangen und deswegen auch kaum noch gelegt, gleiches gilt für alles, was 1 km oder mehr vom Parkplatz wegliegt. Und dann rotiert die Spirale noch schneller: Wenn ein Cache mehr als 6 Monate ungeloggt ist, geht sowieso keiner mehr hin, könnte ja weg sein.
    Neben dem ganzen Gemecker und Mimimi möchte ich aber noch einmal auf die Initiative p12-17 hinweisen, die sich eindeutig zum Ziel gesetzt hat, wenigstens das Cacheniveau im eigenen Bestand zu erhöhen: http://geocaching-cottbus.de/palk/p12-17/

  5. Für viele Neucacher ist eine „guck mal, da gibt es eine geocaching-App“ nicht viel anderes als eine Pokemon-go-app.
    Also Punkte sammeln um jeden Preis.
    Multis werden kaum noch gelegt, weil sie kaum noch gespielt werden. Da muss man den Multi schon in einen WiG verpacken, aber das wird von Groundspeak ja nicht weiter unterstützt bzw. vorangetrieben.

    Den meisten Neucachern wird das Hobby nicht vernünftig gezeigt, sondern sie laden sich eine App und laufen los.
    Was suchen und finden natürlich? Erstmal die einfachen (Leitplanken)-Dosen.
    Die meisten von ihnen werden keine eigenen Dosen legen und wenn, werden es auch wieder einfache Dosen sein.
    „Alte Hasen“ werden diese mehr und mehr meinten und selbst wiederum keine (guten) Dosen mehr legen, da es kaum noch einer zu würdigen weiß.
    Ein Teufelskreis, der zu den hier dargestellten Zahlen führt

  6. Die Statistik ist schon interessant. Allerdings finde ich es problematisch, wenn du „LastVisit als Anzeichen dafür dass der Cache archiviert wurde“ nimmst. Es gibt doch einige Caches (insbesondere Mysterys), die nicht sehr häufig gefunden wurden und trotzdem nicht archiviert werden. Ich kann zwar nicht beurteilen, wie hoch dieser Anteil ist, hätte aber einen Vorschlag:
    Kann man nicht auch nach dem Archivierungslog schauen? Damit hat man dann das genaue Datum der Archivierung.

  7. Das sieht ja wirklich „dramatisch“ aus. Anscheinend scheinen doch etliche Leute unserem Hobby den Rücken zu kehren.

    Ich beobachte den Trend ja auch schon seit geraumer Zeit, vor allen Dingen an meinen Umgebungs-PQs. Deren Größe ist seit ca. zwei Jahren fast konstant, während sie vorher geradezu exponentiell angewachsen ist. Im Sommer gibt es leichte Schwankungen nach oben, im Winter wieder nach unten…

    Jetzt mag man sagen, gut, bei der Cache-Dichte musste irgendwann mal eine Sättigung eintreten. Das mag zwar für Städte tatsächlich schon stimmen, in meiner PQ ist aber auch viel äußerst „ländliches“ Gebiet und da kommt auch nicht mehr soo viel dazu.

    Interessant ist aber auch die Beobachtung, dass die Besucherzahlen auf Stammtischen geradezu drastisch zurückgehen, und das auch schon seit mindestens anderthalb Jahren. Hatte man vorher das Problem, kaum noch Gaststätten für solche Besucherzahlen zu finden, lachen heute die Wirte wieder über die geringen Besucherzahlen, irgendein „Katzentisch“ wird schon frei sein.

    Für mich ist das der Beweis, dass es an den Cachern liegt. Offensichtlich haben nach dem Hype doch etliche das Hobby wieder aufgegeben.

    Da wir uns wieder auf dem Wachstums-Niveau von 2004 befinden: Wird jetzt alles wieder wie früher? Naja, eine „romantische“ Hoffnung. Aber ich hoffe, dass wenigstens ein bisschen was in der Richtung passiert. Vielleicht auch betreffend der Cache-Qualität, dass das Lokations-Prinzip wieder mehr Beachtung findet. Obwohl, beobachten kann ich es noch nicht.

    Allerdings habe ich eine andere Befürchtung: Die absoluten Zahlen von Caches sind ja immer noch hoch. Die Zahl der Cacher geht mutmaßlich massiv zurück. D.h. es kommen in den nächsten zwei, drei Jahren eine massive Anzahl schlecht gepflegter Caches auf uns zu. Und das wird noch einige Leute mehr verschrecken, die dann dem Hobby auch den Rücken kehren.

    Naja, es bleibt spannend, und es wird noch mal anders. Vielleicht bleibt unser Hobby ja als Nischenhobby doch noch langfristig erhalten. Und vielleicht kommt dann das Feeling der Anfangsjahre doch noch mal zurück?

    In dem Sinne: Frohe Weihnachten…

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