Buch: Sein letzter Cache

Jetzt habe ich mir auch mal ein „Geocaching-Buch“ gekauft um zu sehen wie sich das so liest. Es handelt sich um einen Krimi von Franziska Frey, „Sein letzter Cache„. 2,99 € hat mich das gekostet und ich mir wurde recht früh klar das hat sich für mich nicht gelohnt.

Ein Problem dürfte wohl sein dass ich sehr tief im Thema bin und einem dadurch eher Dinge aufstoßen die nicht recht „passen“. So habe ich in über 10 Jahren wirklich nie erlebt das jemand mit einem Steigeisen Bäume beklettert oder gar Krampen in den Baum klöppelt und speziell in der heutigen Zeit würde er vermutlich schneller eine Anzeige an den Hacken haben als er wieder unten wäre?! Und so irritierte mich das Buch schon früh mit:

„rammt er sein rechtes Steigeisen in das Baumholz“

Aber auch:

„sein letzter Gedanke ’nicht gehoben'“

ist mir in der Formulierung gänzlich unbekannt, ich vermute mal es ist DNF oder nicht gefunden gemeint?! Mag aber natürlich auch lokal unterschiedlich sein. Ach ja:

„die Trackaufzeichnung aus Matthias‘ GPS gemeinsam mit Torsten überprüfte und der ihr bestätigte, dass man die schlecht manipulieren könne“

halte ich z.B. auch schon für gewagt?! Das ist eine GPX-Datei, die kann ich schon mit Notepad locker editieren…

Ein weiteres Problem dieses Buches ist für mich der Gebrauch der Sprache. Nicht dass ich ein Meister darin wäre aber ich versuche ja auch kein Geld damit zu verdienen. Aber Formulierungen wie:

„dann konnte Klettern unmöglich gemacht werden“

„Barbara schrie immer noch gellend und die Tränen spritzten ihr aus den Augen“

„bei Günnur klackte es dunkel im Gehirn“

„der blutende Baum, der nach seine Attacke oft qualvoll stirbt“

finde ich irgendwie sehr, sehr seltsam und störend. So ein Buch soll mich ja mit auf die Reise nehmen und mich in einer Geschichte versinken lassen. Solche holprigen Formulierungen bewirken bei mir aber eher einen Bruch im Lesen da ich automatisch stutze wenn ich auf solch ungewöhnlichen Text treffe.

Dazu kommt ein eher leidlicher Spannungsbogen. Nach dem Fund des Toten passiert eigentlich erst einmal sehr lange nichts was mit Geocachen zu tun hat, überraschend für mich auch dass nach einem Absturz aus einem Baum bei dem nichts auf etwas anderes als einen Unfall hinweist überhaupt die Kripo so umfangreich ermittelt. Es gleitet in das sadistische Leben des Opfers ab, dann ins Berufliche und ein wenig werden noch die Aspekte Deutsch-Türkischer Ehen beleuchtet. Mag natürlich für die Handlung wichtig sein, gefühlt eher nicht, ist halt nur nicht unbedingt ein Grund warum ich mir speziell einen Krimi geholt habe der mit Cachen zu tun hat. Erst nach 45% (Kindle) kommt mal wieder etwas Geocaching ins Spiel und hier auch noch mit teils kleinen Fehlern wie:

„mindestens 161 Meter entfernt liegen muss, um eine Überdosung“

<Klugscheiss an>die 161 Meter gibt es wegen der Darstellung auf der Karte<Klugscheiss aus>

Insgesamt wirkt die Handlung arg konstruiert und der Schreibstil auf mich eher angestrengt.

Geocaching kommt einmal kurz am Anfang, einmal sehr kurz in der Mitte und noch mal kurz am Ende vor, wirkt aber eher wie ein Versuch das Hobby irgendwie in ein Buch zu integrieren.

Wer ein Buch sucht das, zumindest ein wenig, mit Cachen zu tun hat kann hier zumindest preisgünstig fündig werden. Ich kenne die Autorin nicht aber dieses Buch kommt mir ansonsten so vor wie die Bücher die durch private Autoren bei Amazon eingestellt werden und die oftmals deutlich machen was einen Amateur von einem Profi unterscheidet. So sorry, ich würde es nicht empfehlen.

Ganz wichtig, weder glaube ich noch behaupte ich es besser zu können! Aber eben weil mir das bewusst ist versuche es auch gar nicht 8-)

5 Gedanken zu „Buch: Sein letzter Cache

  1. Hallo D-Buddi,

    jetzt muss ich hier auch einmal ein wenig klugscheißen: Wenn es um die Darstellung auf der Karte ginge, müssten auch Caches ohne physikalische Stationen unter diese Regel fallen. Ich habe z. B. einen Multi, dessen Icon von einem Earthcache-Icon verdeckt wird. Sichtbar wird das erst, wenn man entsprechend weit hineinzoomt. Für Events und Virtuals dürfte es weitere Beispiele geben.
    Die Regel heißt bei GS „Sättigungsregel“ und soll verhindern, dass zu viele Dosen auf kleinem Raum liegen und dass im Extremfall zwei Caches die gleichen Koordinaten nutzen. Es betrifft ja auch nicht nur die Listing-Koordinaten, sondern sämtliche physikalischen Zwischenstationen, die nicht auf der Karte erscheinen. Seinerzeit wurde der Mindestabstand auf 161 m festgelegt. Unterschritten werden darf dies nur innerhalb eines Caches, hier sorgt der Owner schon dafür, dass es nicht zu einer Verwechslung kommen kann.
    Daher sehe ich das mit „Überdosung“ schon korrekt bezeichnet.

    Viele Grüße
    6foot3

    • Tja, dann mag mein Wissensstand da falsch sein, war aber auch nur ein Beispiel von diversen. Wenn ich mich aber recht erinnere gab es die Zwischenstationen früher gar nicht und eine Überdosung war gar kein Problem, daher klingt mir das sogar einleuchtender. Aber wie gesagt, ich werde jetzt keine offizielle Anfrage an Groundspeak richten 8-)

  2. Ich bin grundsätzlich vorsichtig was Bücher über geocaching betrifft, geht nach hinten leicht los, da sie dann mehr Klugscheißen als neutral zu sein, daher muss jeder ausfinden seine eigenen Erfahrungen. Gut man kann es versuchen und seine eigenen Erfahrungen einbringen, dennoch muss man selber Geocaching gehen um selbst ein Bild zu schaffen….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Protected with IP Blacklist CloudIP Blacklist Cloud