10 Jahre Geocaching liegen hinter mir

10 Jahre sind es jetzt seitdem ich 2004 den Handheld vom Aldi als Navi zu Weihnachten bekommen habe, bzw. damit ins Cachen eingestiegen bin. Damals schaute ich was man mit dem GPS noch so machen könnte und siehe da, Navicache.de brachte mich unmittelbar zu Geocaching.com und los ging es. Der „Wurfplatz“ war der erste Cache den wir damals gesucht haben, am 28.12.2004 und gleich ein DNF 8-) Wir? Ja, mit Frau und Eltern ein Weihnachtsspaziergang und der Geocaching-Test. Da es schon spät war überraschten uns Schnee und Dunkelheit und wir wurden nicht fündig. So wurde am darauf folgenden Tag der „Ikarus“ mein erster gefundener Geocache. Ein völlig langweiliger Cache der mich aber sofort gefangen nahm und bis heute nicht recht los gelassen hat.

Es dauerte nicht lange bis zum ersten GPS-Gerät. Erst war es noch ein völlig unbekanntes Nischengerät dessen Namen ich nicht mal mehr kenne, dann wurde es ein Gecko 101, also ohne Karte, ohne PC Anschluss, alle Caches noch brav ausdrucken, mitnehmen und vor Ort eintippen. Nachdem man dann 1-2 mal auf der falschen Seite vom Wasser gestanden hat kam das erste Legend von Garmin, zwar noch schwarz-weiß aber immerhin schon mit einfacher Karte. Ich glaube 200 Caches war damals das Limit, aber das reichte Dicke für den 50 km Suchradius den ich hatte.

Es kamen weiter Caches, natürlich lange nicht so viele pro Monat wie heute denn so viele gab es gar nicht. Auch der erste Nachtcache kam, „Moorgeister„, der lebt heute noch. Den werde ich wohl nie im Leben vergessen, bin ich morgens um 05.00 Uhr mit einer Schüttel-Taschenlampe gestartet. Also so eine TaLa die man schüttelt und dann eine kurze Zeit Licht hat 8-) Bis 14.00 Uhr war ich unterwegs, denn ab 08.00 Uhr wurde halt im Hellen weiter gesucht. Der Owner hatte über Nacht leider den Final um gut 200 Meter verlegt was mich noch mal eine gute Stunde Suchkreiserweiterung gekostet hat, gefunden habe ich ihn aber trotzdem und war natürlich stolz wie Bolle. Heute wäre ich vermutlich stinkig und würde auch so loggen, auch das hat die Routine leider geändert 8-/

Es folgte Cache um Cache, ein Erlebnis nach dem anderen. Die meisten Caches die damals noch aufregend waren würden heute vermutlich niemanden mehr hinter dem Ofen raus locken. Aber schon damals gab es Highlight wie z.B. „1000 Stufen„, ein Cache den ich heute noch jedem Touristen empfehle. Ein weiteres Highlight waren die Stiegen in der sächsischen Schweiz und „Hideout Cave„, einer der für uns beeindruckensten Caches damals. Aber auch schon damals gab es umstrittene Caches und Owner, das war nicht besser als heute nur übersichtlicher da weniger Cacher. Ach ja, auch damals gab es schon Elektronik-Caches wie „Zeros-Nacht“ mit Reaktivlicht.

Sächsische Schweiz
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Irgendwann wurde dann ein Arbeitskollege aufmerksam und wollte auch mal mit. Also sollte es was Besonderes sein und ich entschied mich blauäugig für den „Lair of Cerberus„. Mit einer Truppe die keine 200 Funde zusammen hatte wurden das zwei aufregende Wochenenden und nach dem Final konnten wir auf dem Grillhügel meinen Geburtstag feiern, Heike und ich gemeinsam mit einer Arbeitskollegin, dem Rollsplittkalle (der danach auch infiziert war) und dem Duffy der auch heute noch dabei ist. Es war eine tolle Runde, hier das Log mit Bild. Cosmic Bob und Witkiewicz waren sozusagen die Helden meiner Cacher-Jugend. Ein Cache der für mich noch so ein wenig heraus sticht ist der „Ostoroschno! Wojennyi raiyon“, den habe ich durch Zufall in einer bunt zusammengewürfelten Truppe gemacht, u.a. den damals gerade gestarteten Dosenfischern. Ich hatte Heike gesagt um 01.00 Uhr sei ich wohl spätestens daheim, es wurde 06.00 Uhr. Am Final wartete damals der Owner mit Grillwurst auf uns 8-) Ein unvergessener grandioser Cache.

Lair of Cerberus – Geburtstag
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Es folgten Jahre voller toller Caches, die Geräte wurden besser, die Caches mehr und es war eine tolle Zeit. Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen, das könnte ich ganze Bücher mit füllen so viele unterschiedliche Begebenheiten gab es und unendlich viele tolle Erlebnisse. Immer gern gefragt welches der Cache war den man am besten fand. Eigentlich fast nicht zu sagen denn sehr viele Caches waren auf ganz unterschiedliche Arten unvergesslich. So hat uns z.B. auf einem Cache mal ein riesiger Hund begleitet der nur zufrieden war wenn wir Stöckchen warfen und zwar ins Wasser. Der kannte sogar schon den Weg des Caches, wie wir später lasen waren wir nicht die ersten denen er sich angeschlossen hatte 8-) Aber der Cache der für uns der „Größte“ war ist „Nothing but stones„. Das begann mit der Fahrt dort hoch bei der einen die über 2000 Kilometer schon in die richtige Stimmung bringen. Vor Ort wurde uns dann das erste mal bewusst was da eigentlich auf uns zukommt. Letztlich waren wir beide nun ja auch nicht mehr ganz jung, beide kaum Outdoor-Erfahrung und mir hatte man 5 Tage vorher den Weisheitszahn entfernt und uralte Fäden genutzt damit die sich selber auflösen und nicht gezogen werden mussten… Die 3 Tage wankten und schwankten wir hin und wieder zurück und durften dabei sogar noch zwei kleine Flüsse durchqueren, für uns einfach ein unglaubliches Erlebnis das anders war als wir uns das je vorgestellt hatten…

Nothing but stones – kurz vorm Final
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Mittlerweile bin ich nun an einem Punkt angelangt wo ich mich erst mal selber finden muss was das Hobby betrifft denn die Souvenir-Sammlerei, die Schwanzlängenvergleich in allen Bereichen des Hobbies, das alles verleidet mir tatsächlich etwas das Cachen. Selbst loggen ist ja schwierig denn irgendwer nölt doch eh am Log rum egal was man schreibt 8-/ Mal sehen wie es da für mich weiter geht.

Warum ich das jetzt alles geschrieben habe? Mir war einfach mal danach 8-) Nach 10 Jahren dachte ich mir es wäre mal Zeit. Und ich bin mir sicher in kürzester Zeit nun irgendwo den unauffälligen Einwurf zu lesen das derjenige schon 10,x Jahre dabei ist denn der Schwanzlängenvergleich wird wohl kaum aufhören ;-)

9 Gedanken zu „10 Jahre Geocaching liegen hinter mir

  1. Hallo D-Buddi,

    herzlichen Glückwunsch zum 10jährigen Jubiläum. Ich hoffe, daß Du uns auch noch im hohen Cacheralter mit interessanten Podcasts erfreuen kannst. Denn darauf freue ich mich regelmäßig, zumal Du mich auf meinen täglichen Radtouren bestens unterhälst. Nebenbeibemerkt teile ich die meisten Deiner Ansichten. Wird wohl am Cacheralter liegen.

    Tschüß Micha, der eliminator0815

  2. Glückwunsch zu deinem 10-jährigen und ich wünsche dir, dass du noch viele Erinnerungen sammeln und Menschen kennenlernen kannst.
    Das Sammeln von Erinnerungen (nicht das Sammeln Punkten oder (der Mehrzahl von) Souvenir, nicht das Füllen von irgendeiner Matrix oder einer Challange) macht das Hobby aus.
    Und – in meiner Anfangszeit habe ich den Satz von jemandem gelesen, der leider nicht mehr suchen kann: „Caches gesucht – Freunde gefunden“.

    Danke für eure monatlichen Podcasts und ich freue mich auf euren weiteren – danke für die vielen bisher. Ich sage nicht „weiter so wie bisher“ oder „bleibt wie ihr seid“; sondern eher: Bleibt euch treu, macht was euch Spaß macht und schaut wie eure Entwicklung weiter geht.

    Komm gut in das neue Jahr und Libe Grüße aus z.Zt. Lübeck

    Uwe aka UFausLD

    • Schreib nicht sowas, da wirft man mir gleich wieder Angeberei vor ;-) Im Ernst, eine eigentliche Leistung ist es ja nicht, aber eine schöne Zeit war es und für mich halt einfach ein gewisser Lebensabschnitt.

  3. Ich habe zwar noch keine 10 Jahre auf dem Buckel, bin also noch keiner der „Silberrücken“, aber in der Zeit, in der ich dabei bin, durfte ich viele interessante Menschen kennen- und schätzen lernen. Du bist auf jeden Fall auch einer dieser Menschen. Ich bin zwar nicht immer Deiner Meinung, ich tue sicher Dinge in dem Hobby die Du verurteilst, aber ich freue mich das Geocaching das möglich gemacht hat. Es verändert sich vieles im Leben, einiges ist schlecht, anderes ist klasse. Unser Hobby mag uns früher besser gefallen haben, aber ich finde es immer noch nicht schlecht und hoffe das Du auch immer noch Deine Freuden daran finden kannst. Menschen wie Du gehören dazu, und mir persönlich würde etwas fehlen wenn Du nicht mehr dabei wärst. In diesem Sinne, bleib‘ einfach wie Du bist ;-)

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem 10jährigen Jubiläum.

    Einen schönen Sonntag, Gruß an die „unsichtbare“ Gemahlin,

    Micha

    • Leute treffen! Das ist wahrscheinlich das Highlight dieses Spiels überhaupt: ohne GC hätte ich nie Leute wie Dich, die Hamburger, die Stuttgarter etc. Kennengelern! da lohnt sich auch das bisserl Ärgern :-D

  4. Ich bin auch an einem Punkt angelangt wo ich dieses Cachen nur noch für MICH mache! Kein Loggen mehr…. Einfach suchen und genießen…. Macht das Leben und das Hobby leichter! Einige Highlights gibt es ja noch und gab es… aber leider ist der Frustfaktor in der letzten Zeit immer größer geworden. Tja, die Zeiten ändern sich

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